Quietsch, Quietsch…

So könnte man das Geräusch bezeichnen welches sich uns darstellte als wir etwas am Auspuff gebastelt haben. Was war passiert? Wie gesagt, wir waren mal wieder damit beschäftigt etwas am Gatling-Auspuff zu bauen und ließen den Motor laufen, dieser quietschte nach ein paar Gasstößen immer lauter. Erster Verdacht: Irgendetwas im Kupplungsbereich hat´s hinter sich, beim treten dieser war das Geräusch nämlich weg. Also hieß es mal wieder Motor ab und nachschauen, wir hatten da ja auch noch die „Einschlagsspuren“ an der Druckplatte, Ihr erinnert euch? Keiner wußte woher die kamen und ob es vielleicht weitere Auswirkungen gibt.

Dann mal Wasser runter, Schläuche und Kabel ab. Alles was so runter muss damit der Motor ab geht. 😉 Schlau wie wir sind haben wir einiges ja eh mit der Adapterplatte verbraten, so konnte vieles sitzen bleiben wo es ist. Motorheber und Trecker an Start, die letzten Schrauben gelöst und schon lernt der BMW-Motor wieder das fliegen.

Bestandsaufnahme am Getriebe, augenscheinlich alles in Ordnung, die Schwungscheibe hat sich nur ein bißchen mehr Platz gemacht. Nix aussergewöhnliches.

Also weiter gesucht, Druckplatte abschrauben, Kupplungsscheibe entnehmen, Schwungscheibe vom Motor abschrauben. Das was wir dann zu sehen bekamen war nicht so schön und auch anders geplant im Vorfeld.

Unsere Eigenbau-Schwungscheibe fing nämlich an sich aufzulösen. Die Stifte sind allesamt abgebrochen und die ersten Schraubenköpfe waren auch schon ab. Hätte nicht mehr lang gedauert und es wären die Einzelteile umher geflogen. 140PS oder 175Nm Drehmoment reißen doch wohl ganz schön an der Scheibe. 🙁

Jetzt geht es erst mal daran ne Lösung zu suchen, für´s Kart gings erst mal ohne Motor auf den Parkplatz, der Motor kam auf Palette und wir grübeln was machbar ist um die Schwungscheibe zu retten.

Veröffentlicht unter Kart

Schalldämpfer für den Rasenmäher

Ihr erinnert euch sicher noch an den Versuch, den Rasermäher zu tunen. Die fertige Modifikation sah ja so aus:

Problem: Das olle Rohr macht dermaßen viel Spektakel, dass es nicht zum aushalten ist. Ein Schalldämpfer muss also her, denn so, wie die Knallpipe jetzt randaliert, wird das keiner. Nach einem erfolglosen Ansatz, den ich euch hier ersparen möchte, sind wir auf die Idee gekommen, einen Schalldämpfer zu bauen, wie er auch im Moped benutzt wird. Nennt sich Reflektionsschalldämpfer. Der Schall wird dabei durch ein Werk von Rohren mehrfach ums Eck geleitet, um die Schalldruckspitzen zu reduzieren. Sieht in der Praxis so aus:

Schuh hat dann einfach ein paar Plättchen gedreht und ein paar Rohrreste mitgebracht. Zusammengebraten sieht das dann so aus:

Der Einsatz kam dann in das Abgasrohr – und siehe da: Der Trecker ist plötzlich mucksmäußchenstill. Bald noch leiser als mit dem originalen Schallfresser. Geil. Beim Aufbereiten der Bilder ist mir dann auch aufgefallen, warum das Ding so viel Schall frisst, und warum der Mäher damit eigentlich gar nicht laufen kann. Schaut euch mal den Dämpfer genau an. Und? Wem fällt es auf? Der Schalldruck kann zwar auf der einen Seite rein in das Gewerks aus Rohren, durch die Mittelplatte aber nicht auf die andere Seite überströmen und austreten. Auf deutsch: Wir haben das Rohr komplett dicht gemacht. Man merkt halt, wenn Profis am Werk sind. 😉

Jetzt ist erstmal der originale Dämpfer wieder dran. Denn das lange Rohr hat noch einen Nachteil, den ich nicht bedacht habe: Man kann damit weder unter der Rutsche durchmähen, noch an Büschen entlang mähen. Und unter die jungen Bäume kommt man damit schon gar nicht. Mist. Viel „Entwicklungsarbeit“ für den Arsch – aber so ist das manchmal. Es gibt Tage, da verliert man, und es gibt Tage, da gewinnen die anderen.

Leistung. Und zwar ohne Ende.

…aber leider nicht bei uns. Denn dieses Hobby ist für den normalen Geldbeutel einfach nicht tragbar. Tractorpulling ist sicherlich die Königsdisziplin, wenn es darum geht, möglichst viel Leistung auf die Erde zu bringen. Das Reglement unterscheidet dabei grob in zwei Kategorien: die Eine, die den Hubraum vorgibt, und man damit klar kommen muss, und die Andere, in der nur das Gewicht des Schleppers eine Rolle spielt. Beide Kategorien haben ihre Reize.

In der ProStock Klasse gibt der Schlepper den Hubraum vor. Der Motor darf modifiziert, der Hubraum nicht verändert werden. Und wie macht man das? Richtig – mit nem Turbolader. Obwohl, einer reicht da mittlerweile nicht mehr aus. Lieber mal zwei draufschrauben:

Oder sicherheitshalber mal drei?


Das was die Jungs da mit ihren Schleppern veranstalten ist ganz großes Kino. Die Lader sind dermaßen groß, das der Motor einige Sekunden unter Vollgas laufen muss, bevor sich die Dinger mal bewegen. Aber wenn die drehen, dann richtig:

Das ganze ist so dermaßen am Limit, dass auch immer mal was kaputt geht – in diesem Fall explodiert einer der drei Turbolader:

Hier darf dann auch die Freiwillige Feuerwehr mal ran und mit dem Horn spielen.

Die Letzte Ausbaustufe dieser Monster ist der Umbau auf Alkohol als Brennstoff. Macht dann statt der eigentlichen 200PS des Schleppers ca. 3500:

Die zweite große Disziplin ist die offene Klasse. Die Königsklasse ist dort die bis 5,4t Klasse. Alles, was sich irgendwie auf einen Schlepperrahmen pflanzen lässt, wird hier genutzt. Und wenn der Motor nicht genug Leistung her gibt, müssen halt zwei Motoren drauf. Oder lieber gleich drei – egal, hauptsache Leistung.

Die Dinger machen so einen Höllenlärm, das glaubt man nicht. Drei Allison V12 Panzermotoren sprengen garantiert jedes Trommelfell.

Das Video hier ist aus einer kleineren Klasse, die haben „nur“ zwei davon am Start. Die Geräuschkulisse ist zwar ein wenig leiser, aber nicht weniger spektakulär:

Dieser Umbau ist sicherlich der spektakulärste von allen:

Der Motor stammt aus einem russischen Torpedo-Schnellboot. Ist ein 42 Zylinder Sternmotor, hat 147 Liter Hubraum, wurde auf Methanol umgebaut, ist Turbogeladen und bringt geschmeidige 10000PS an die Hinterräder. Der Kraftstoffverbrauch unter Volllast liegt bei knapp 5 Liter. Pro Sekunde, wohlgemerkt. Absolut krasses Höllengerät.

Es gibt aber auch strategen, die bauen Hubschrauberturbinen auf ihren Trecker. Und wer hättes es gedacht, lieber mal drei oder vier gleichzeitig. Funktionieren gut, sind aber völlig unspektakulär. Die Dinger geben einfach kein anständiges Geräusch von sich.

Alles in Allem kann ich dieses Event jedem PS-Junkie nur ans Herz legen. Es lohnt sich. Aber Ohrenstöpsel nicht vergessen. 🙂