Full Pull!?

Servus zusammen, heute mal etwas Offtopic. Im Funk und Fernsehen mittlerweile schon bekannt geworden gibt es eine „Sportart“ die jeden Motor begeisterten anlockt. Die Rede ist hier vom Tractor-Pulling. Wir fahren seit ein paar Jahren immer am letzten Wochenende im April nach Füchtorf und schauen uns das Spektakel an. Was am Anfang nur Sonntags für einen Tagesausflug reichte ist heute bereits ein ganzes Wochenende Zeit füllend. Die Planungen beim Event sehen Sonntags immer die Großen Publikumsmagneten vor, Samstag ziehen eher die kleinen Trecker. Genau die sind aber für uns die interessanten Objekte. Da wird teilweise mit wenig Mitteln viel geboten was der kleine Schrauber, so wie wir, auch hinbekommen kann. Bevor ich euch mit weiteren Worten langweile mal ein paar Einblicke in den Stärksten Motorsport auf Rädern…

Der Knaller am Sonntag waren aber die Jungs vom Wingssprayer Rocket Science Team. Der Motor von Ihrem Schlepper ist über den Winter noch mal neu aufgebaut worden. Der Motor stammt aus einem DAF LKW, ist von Diesel auf Methanol umgebaut worden und die Jungs haben „Drei“ dicke Turbolader aufgebaut und wollen das ganze auf 10 Bar Ladedruck aufpumpen. Im Moment würden Sie aber erst mal mit 6 Bar testen. Das Video stammt nicht von mir, ich habe den Vorgang nicht gefilmt.

Der Schlepper hat für diese Saison erst mal fertig. Schön ist in der Zeitlupe zu sehen wie der Motor immer mal wieder ein paar Brocken nach unten heraus wirft. 🙂 Die Helfer an der Strecke haben die Teile aus der Bahn gepickt und in einem Eimer zusammen gesammelt.

Kurbeltrieb Brocken

Wer Bock auf riesige Motoren, Turbolader und Krach hat, dem sei solch ein Event ans Herz gelegt. Es lässt die wenigsten Menschen wieder los und macht süchtig. Die Jungs die die Dinger bauen und fahren können da ein Lied von singen.

Pimp my winch

Beim letzten Ausritt mit dem Frontera haben wir die neue Seilwinde wohl ein wenig zu hart ran genommen. Der Rangerover hatte sich echt im Schlammloch festgesogen. Manche würden hier von Vergewaltigung sprechen – ich persönlich bin aber der Meinung, dass das Abwürgen der billigen Chinawinde bis hin zum Stillstand höchstens eine geringfügige Belastungsspitze war. Taugt halt nix, der Schrott. Die Winde hat auf jeden Fall mit weißem Rauch signalisiert, dass wir einen neuen Papst haben dass sie für weitere Belastungsversuche nicht zur Verfügung steht.

Zu Hause haben wir die Winde demontiert und den Elektromotor abgeschraubt. Kurzer Blick ins Gehäuse brachte schnell Klarheit – das Ding hat fertig!

Die Suche nach einem neuen, bezahlbaren Motor gestaltete sich hingegen schwieriger als gedacht. Am Ende haben wir einen geschenkt bekommen. Ein praktisch identischer Motor, gleicher Durchmesser, identischer elektrischer Anschluss, aber etwas länger (und dadurch auch leistungsstärker). Auch der Antrieb vorn war ein anderer. Aber das stellt uns ja vor kein Hindernis.

Am neuen Motor gab es kein Zahnrad, nur eine Nut mit passendem Schiebestück (hier leider nicht auf dem Bild zu sehen).

Vom alten Motor haben wir erstmal die Welle mit dem Zahnrad abgeflext. Schiebestück und Zahnradwelle hat Schuh mit in die Firma genommen, zentriert und ordentlich verbaten. Auch der Motordeckel bekam eine zusätzlich Nut eingefräst. Wofür die ist seht ihr später.

Die neue Zahnradwelle passt jetzt schon in die Winde, und der Motor auch schon drauf.

Passt zusammen, und würde so auch schon funktionieren. Allerdings ist der Antrieb noch zu lang. Wir brauchen also noch eine passende Hülse. Und was bietet sich da besser an als der alte Motor? Das Gehäuse hat ja genau den gleichen Durchmesser. Also Maß genommen, die Permanentmagnete rausgekloppt und ab mit dem alten Gehäuse auf die Drehbank.

Leider hatte ich keinen passenden Stechmeißel, also mussten wir auf der Drehbank flexen.

Am Schluss noch mit einem Schruppmeißel von vorn die Schnittkante begradigen…

… entgraten…

… und fertig ist die Hülse. Für den zusammenbau der ganzen Teile reichen die originalen Gehäuseschrauben nicht mehr aus. Die sind jetzt deutlich zu kurz. Also mit Gewindestangen die Teile aufeinander gezogen. Hier sieht man jetzt auch, dass die Nut im Motordeckel die Hülse führt.

Fertig! Funktioniert ganz wunderbar. Somit steht einer neuen Belastungsprobe nichts mehr im Weg!

Der heiß erwartet Ausritt

Nach langen Stillstand hier im Blog,und den ganzen Feiertage, ist einiges bei uns passiert, aber dies kommt in den nächsten Beiträgen.
Dennoch wollen wir uns einmal zurück lehnen und euch einen kleine Ausschnitt präsentieren von unserem Ausflug mit dem FRONTera .

Wir hatten den Frontera mit neuem Motor und neuer Seilwinde fertig, da stand er nun da, bereit für seinen Ausritt.

Da steht Er , tiefen entspannt und ohne zu wissen was Ihn erwartet.

Die Luft hat geknistert, es war für ein Moment das Gefühl da, als ob alles um einen Herum stehen geblieben ist. Denn nun wollten wir es wissen. Mir hat mal ein weiser Mann folgendes gesagt:“…Man(n) muss zuerst einmal über seine Grenzen rüber, damit man weiß wo die Grenze überhaupt ist…“ . Ich denke dieser Ausdruck beschreibt den Augenblick im Angesicht das was dem Blitz im Kreis anstand…

Hoch hinaus sollte die Fahrt werden, auf diesem Ausflug ist eine Menge Adrenalin durch uns gegangen , Adrenalin welches ungefiltert mit etwas Wahnsinn eins zu eins in die Brennkammer des Frontera gespritzt worden ist.

Wir können euch nur eins sagen, es war ein Atemberaubender Ausritt, wie so oft gibt es Sprichwörter , die es auf dem Punkt bringen, oder eben auch ein Foto von unserem Ausflug:

Grinsend? ich würde sagen über beide Ohren.
Dank der Intelligenten Sicherheitsvorrichtung von Opel war ein Überschlagen mit dem Fahrzeug nicht möglich, einfach nur Genies in Rüsselsheim

Er hat uns Buchstäblich den Arsch gerettet 😀

Nach einen Hammer geilen Tag mussten wir dennoch Schaden feststellen.
Die Seilwinde war deren Herausforderungen einfach nicht gewappnet. Während der Fahrt hielten wir an einer Stelle an, um denen sich viele hilfsbereite Leute versammelt haben. Es hatte einen erwischt, und das waren nicht wir! Aber macht euch selbst ein Bild:

Da war der Engländer mit Niederländischen Kennzeichen auf das Deutsche Gelände einfach nicht vorbereitet. Bis über alle Ohren steckte das Fahrzeug fest. Und nun war der Zeitpunkt gekommen, unsere Seilwinde sollte mal zeigen wie es geht….

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber ein Video sagt 1001 Worte:

All das ganze ziehen hat nichts genutzt und die Seilwinde hat irgendwann mal dicke Backen gemacht.
Dazu kann ich nur eins sagen:“…nicht Versagen, den Unimog fragen…“

Nachdem der Stresstest für den Motor und für die Seilwinde durchgeführt worden ist, blieb noch das Fahrwerk Übrig 🙂

Test bestanden, würde ich sagen.

Der Frontera braucht sich auf dem Gelände mit dem richtigen Wahnsinn am Steuer nicht zu verstecken.

Bevor ich euch weiter volltexte, hat der Schuh ein kleinen Zusammenschnitt erstellt denn ich euch nicht vorenthalten will.

BMW – Nachschlag?

Eins bin ich euch ja noch schuldig! Obwohl der Motor ja wie berichtet wieder sehr gut lief, habe ich die Injektorwerte nach dem Reinigen natürlich noch mal überprüft. Nicht sofort, sondern erst nach ein paar hundert bzw tausend Kilometer. Die Lernwerte waren ja zurück gesetzt und über die folgenden Kilometer lernt das Steuergerät anhand der ganzen Sensorik wie die Einspritzung zu steuern ist. Lange Rede, kurzer Sinn. Hier der „neue Stand“.

gereinigter Zustand

Im Vergleich zum alten Stand vor dem Reinigen ist es um einiges besser geworden. Die Werte liegen deutlich näher beieinander. 😉

verschmutzter Zustand

Seilwinde für den Frontera

Damit wir uns beim nächsten Bad im Dreck nicht wieder mit Spanngurten oder sonstigem Behelf aus der Scheiße ziehen müssen muss eine Seilwinde an den Frontera. Mit ein wenig Alkohol im Blut wird man bekanntlich entscheidungsfreudiger, so dass ich kurzerhand in der Beutebucht zugeschlagen habe.

Die Ernüchterung war groß als die Winde angeliefert wurde – hatte ich sie doch deutlich größer in Erinnerung…

Egal, jetzt ist die Winde da und kommt ans Auto. Wir werden sehen, vielleicht kann das Teil ja was.

Als erstes haben wir eine Stahlplatte für den Sockel zugeschnitten und gebohrt.

Dann die große Überlegung: Wo ist die beste Position? Schnell war klar: Direkt unterhalb der Zusatzscheinwerfer. Doch da ist nur die Stoßstange. Die ist zwar aus starkem Blech, aber ohne weitere Verstärkungen dahinter. Ob das Stabil genug ist für eine Winde? Wir werden es heraus finden. 😉

Schnell ein paar Winkel geschnitten, Platte positioniert und angepunktet.

Sieht gut aus. Jetzt braucht es noch ein paar Stützen. Schuh hat flink ein paar Vierkantrohre geschnitten, angepasst und auch angeheftet.

Danach stand großflächiges Festbraten auf dem Programm.

Erste Festigkeitsprobe: Bestanden!

Kleiner Hinweis am Rande: Beim Flexen und Schweißen immer feuerfeste Kleidung tragen. #füreuchgestetet

Winde drauf geschraubt und ran an die Elektrik.

Lastverteilung angeschlossen und verlegt.

Danach die Kabel für den Schalter in den Innenraum und positioniert. Das Gute an so einem Frontera ist ja, dass man nicht ganz sekür arbeiten muss. Daher fiel die Kabeldurchführung auch ehr pragmatisch aus.

Strippen zur Verteilung geführt und angeklemmt. Der Test am Baum ist Vielversprechend. Mit zusätzlicher Umlenkrolle macht die Winde zwar nur noch wenig Weg, hat dafür aber ordentlich Kraft. Die Winde zieht den Frontera mit getretener Bremse von der Stelle. Ich denke, das wird was…