Pimp my winch

Beim letzten Ausritt mit dem Frontera haben wir die neue Seilwinde wohl ein wenig zu hart ran genommen. Der Rangerover hatte sich echt im Schlammloch festgesogen. Manche würden hier von Vergewaltigung sprechen – ich persönlich bin aber der Meinung, dass das Abwürgen der billigen Chinawinde bis hin zum Stillstand höchstens eine geringfügige Belastungsspitze war. Taugt halt nix, der Schrott. Die Winde hat auf jeden Fall mit weißem Rauch signalisiert, dass wir einen neuen Papst haben dass sie für weitere Belastungsversuche nicht zur Verfügung steht.

Zu Hause haben wir die Winde demontiert und den Elektromotor abgeschraubt. Kurzer Blick ins Gehäuse brachte schnell Klarheit – das Ding hat fertig!

Die Suche nach einem neuen, bezahlbaren Motor gestaltete sich hingegen schwieriger als gedacht. Am Ende haben wir einen geschenkt bekommen. Ein praktisch identischer Motor, gleicher Durchmesser, identischer elektrischer Anschluss, aber etwas länger (und dadurch auch leistungsstärker). Auch der Antrieb vorn war ein anderer. Aber das stellt uns ja vor kein Hindernis.

Am neuen Motor gab es kein Zahnrad, nur eine Nut mit passendem Schiebestück (hier leider nicht auf dem Bild zu sehen).

Vom alten Motor haben wir erstmal die Welle mit dem Zahnrad abgeflext. Schiebestück und Zahnradwelle hat Schuh mit in die Firma genommen, zentriert und ordentlich verbaten. Auch der Motordeckel bekam eine zusätzlich Nut eingefräst. Wofür die ist seht ihr später.

Die neue Zahnradwelle passt jetzt schon in die Winde, und der Motor auch schon drauf.

Passt zusammen, und würde so auch schon funktionieren. Allerdings ist der Antrieb noch zu lang. Wir brauchen also noch eine passende Hülse. Und was bietet sich da besser an als der alte Motor? Das Gehäuse hat ja genau den gleichen Durchmesser. Also Maß genommen, die Permanentmagnete rausgekloppt und ab mit dem alten Gehäuse auf die Drehbank.

Leider hatte ich keinen passenden Stechmeißel, also mussten wir auf der Drehbank flexen.

Am Schluss noch mit einem Schruppmeißel von vorn die Schnittkante begradigen…

… entgraten…

… und fertig ist die Hülse. Für den zusammenbau der ganzen Teile reichen die originalen Gehäuseschrauben nicht mehr aus. Die sind jetzt deutlich zu kurz. Also mit Gewindestangen die Teile aufeinander gezogen. Hier sieht man jetzt auch, dass die Nut im Motordeckel die Hülse führt.

Fertig! Funktioniert ganz wunderbar. Somit steht einer neuen Belastungsprobe nichts mehr im Weg!

Der heiß erwartet Ausritt

Nach langen Stillstand hier im Blog,und den ganzen Feiertage, ist einiges bei uns passiert, aber dies kommt in den nächsten Beiträgen.
Dennoch wollen wir uns einmal zurück lehnen und euch einen kleine Ausschnitt präsentieren von unserem Ausflug mit dem FRONTera .

Wir hatten den Frontera mit neuem Motor und neuer Seilwinde fertig, da stand er nun da, bereit für seinen Ausritt.

Da steht Er , tiefen entspannt und ohne zu wissen was Ihn erwartet.

Die Luft hat geknistert, es war für ein Moment das Gefühl da, als ob alles um einen Herum stehen geblieben ist. Denn nun wollten wir es wissen. Mir hat mal ein weiser Mann folgendes gesagt:“…Man(n) muss zuerst einmal über seine Grenzen rüber, damit man weiß wo die Grenze überhaupt ist…“ . Ich denke dieser Ausdruck beschreibt den Augenblick im Angesicht das was dem Blitz im Kreis anstand…

Hoch hinaus sollte die Fahrt werden, auf diesem Ausflug ist eine Menge Adrenalin durch uns gegangen , Adrenalin welches ungefiltert mit etwas Wahnsinn eins zu eins in die Brennkammer des Frontera gespritzt worden ist.

Wir können euch nur eins sagen, es war ein Atemberaubender Ausritt, wie so oft gibt es Sprichwörter , die es auf dem Punkt bringen, oder eben auch ein Foto von unserem Ausflug:

Grinsend? ich würde sagen über beide Ohren.
Dank der Intelligenten Sicherheitsvorrichtung von Opel war ein Überschlagen mit dem Fahrzeug nicht möglich, einfach nur Genies in Rüsselsheim

Er hat uns Buchstäblich den Arsch gerettet 😀

Nach einen Hammer geilen Tag mussten wir dennoch Schaden feststellen.
Die Seilwinde war deren Herausforderungen einfach nicht gewappnet. Während der Fahrt hielten wir an einer Stelle an, um denen sich viele hilfsbereite Leute versammelt haben. Es hatte einen erwischt, und das waren nicht wir! Aber macht euch selbst ein Bild:

Da war der Engländer mit Niederländischen Kennzeichen auf das Deutsche Gelände einfach nicht vorbereitet. Bis über alle Ohren steckte das Fahrzeug fest. Und nun war der Zeitpunkt gekommen, unsere Seilwinde sollte mal zeigen wie es geht….

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber ein Video sagt 1001 Worte:

All das ganze ziehen hat nichts genutzt und die Seilwinde hat irgendwann mal dicke Backen gemacht.
Dazu kann ich nur eins sagen:“…nicht Versagen, den Unimog fragen…“

Nachdem der Stresstest für den Motor und für die Seilwinde durchgeführt worden ist, blieb noch das Fahrwerk Übrig 🙂

Test bestanden, würde ich sagen.

Der Frontera braucht sich auf dem Gelände mit dem richtigen Wahnsinn am Steuer nicht zu verstecken.

Bevor ich euch weiter volltexte, hat der Schuh ein kleinen Zusammenschnitt erstellt denn ich euch nicht vorenthalten will.

BMW – Nachschlag?

Eins bin ich euch ja noch schuldig! Obwohl der Motor ja wie berichtet wieder sehr gut lief, habe ich die Injektorwerte nach dem Reinigen natürlich noch mal überprüft. Nicht sofort, sondern erst nach ein paar hundert bzw tausend Kilometer. Die Lernwerte waren ja zurück gesetzt und über die folgenden Kilometer lernt das Steuergerät anhand der ganzen Sensorik wie die Einspritzung zu steuern ist. Lange Rede, kurzer Sinn. Hier der „neue Stand“.

gereinigter Zustand

Im Vergleich zum alten Stand vor dem Reinigen ist es um einiges besser geworden. Die Werte liegen deutlich näher beieinander. 😉

verschmutzter Zustand

Seilwinde für den Frontera

Damit wir uns beim nächsten Bad im Dreck nicht wieder mit Spanngurten oder sonstigem Behelf aus der Scheiße ziehen müssen muss eine Seilwinde an den Frontera. Mit ein wenig Alkohol im Blut wird man bekanntlich entscheidungsfreudiger, so dass ich kurzerhand in der Beutebucht zugeschlagen habe.

Die Ernüchterung war groß als die Winde angeliefert wurde – hatte ich sie doch deutlich größer in Erinnerung…

Egal, jetzt ist die Winde da und kommt ans Auto. Wir werden sehen, vielleicht kann das Teil ja was.

Als erstes haben wir eine Stahlplatte für den Sockel zugeschnitten und gebohrt.

Dann die große Überlegung: Wo ist die beste Position? Schnell war klar: Direkt unterhalb der Zusatzscheinwerfer. Doch da ist nur die Stoßstange. Die ist zwar aus starkem Blech, aber ohne weitere Verstärkungen dahinter. Ob das Stabil genug ist für eine Winde? Wir werden es heraus finden. 😉

Schnell ein paar Winkel geschnitten, Platte positioniert und angepunktet.

Sieht gut aus. Jetzt braucht es noch ein paar Stützen. Schuh hat flink ein paar Vierkantrohre geschnitten, angepasst und auch angeheftet.

Danach stand großflächiges Festbraten auf dem Programm.

Erste Festigkeitsprobe: Bestanden!

Kleiner Hinweis am Rande: Beim Flexen und Schweißen immer feuerfeste Kleidung tragen. #füreuchgestetet

Winde drauf geschraubt und ran an die Elektrik.

Lastverteilung angeschlossen und verlegt.

Danach die Kabel für den Schalter in den Innenraum und positioniert. Das Gute an so einem Frontera ist ja, dass man nicht ganz sekür arbeiten muss. Daher fiel die Kabeldurchführung auch ehr pragmatisch aus.

Strippen zur Verteilung geführt und angeklemmt. Der Test am Baum ist Vielversprechend. Mit zusätzlicher Umlenkrolle macht die Winde zwar nur noch wenig Weg, hat dafür aber ordentlich Kraft. Die Winde zieht den Frontera mit getretener Bremse von der Stelle. Ich denke, das wird was…

Bayrische Motoren Werke… Er läuft wieder…

Der Titel verrät es schon, ich möchte euch aber noch den Rest der Handlungen rund um die Injektoren meines BMW erzählen. Wo waren wir hängen geblieben? Die Injektoren waren alle geborgen, die Schächte von ihren Kupferdichtungen befreit und gereinigt, alle Injektoren sind von mir noch mal zerlegt worden. Quasi alles auf Anfang mit der Reinigung. Artur überprüft ob ich richtig gearbeitet habe. 😉

Check

Jede einzelne Düse haben wir mit Diesel befüllt und mit Druckluft versuchten wir diese kleine Menge durch die Schusskanäle zu pressen. Weil das so schnell ging, und das menschliche Auge dem nicht folgen kann, haben wir dieses in slow-motion Videos versucht fest zu halten. Ein Hoch auf die Technik mit der alle aktuellen Handys ausgestattet sind.


Als das Final bei allen sechs Injektoren geschehen war ging es ans zusammen und wieder einbauen derselben. Viele Fotos existieren davon leider nicht, ist aber ähnlich dem auseinander, nur anders herum. 😉

Überholte Injektoren

Mit neuen O-Ringen am Schaft und neuen Kupferscheiben an der Spitze kam einer nach dem anderen wieder an seinen alten Platz. Wir haben also alles wieder zusammen gebaut, angeschlossen und ich habe meinen Laptop genutzt um die Lernwerte zurück zu setzten. Das sollte nach der Reinigung immer geschehen, beim Tausch gegen andere Injektoren sollten diese im Steuergerät über die aufgelaserte Nummer eingetragen werden. Jetzt heißt es hoffen und beten das wir alles richtig gemacht haben.

Da die Leitungen alle leer waren brauchte es etwas Zeit um die Rail sowie die einzelnen Druckleitungen und Injektoren wieder zu füllen. Danach sprang der Motor aber wie gewohnt an und lief in der Ruhe die nur ein Reihensechszylinder bieten kann. Erst als wir an diesem Punkt angekommen waren, aber auch wirklich erst da, meinte Frank, er hat bis zum Schluss daran gezweifelt ob die ganze OP auch wirklich funktioniert. Jetzt wissen wir aber alle wie es läuft und der „Schrecken“ rund um das Thema Injektoren ziehen und zerlegen ist gar keiner…

Mir bleibt nur eines über. Nochmals Vielen Dank an meine beiden Helfer Artur und Frank auszusprechen. Es war mir wie immer ein Vergnügen. Ihr habt einen Gut bei mir!