Vorbereitungen zum Motoraufbau

Wie schon beim letzten mal geschrieben müssen wir zusehen, dass wir die Verdichtung des Motors reduzieren. Also erstmal raus mit den Kolben. Oha – ganz schön siffig. Da sammelt sich ne Menge Ölkohle und sonstiges Zeugs auf dem Kolben und an den Ringen, bzw. in den Ringnuten.

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Dann ne Wanne besorgt, mit Putzpapier ausgelegt und beschriftet. Damit nachher jeder Kolben und jeder Kolbenring wieder dahin zurück kommt, wo er hergekommen ist.

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Dann mit einer speziellen Kolbenringzange die Ringe vom Kolben abgehoben. Diese Zange ist erforderlich, da man sonst Gefahr läuft, bei der Demontage und der Montage den Kolbenring entweder punktuell zu überdehnen (in der Regel gegenüber der Kolbenringöffnung durch unsachgemäßes aufbiegen des Ringes) oder der Ring beim händischen Abstreifen mit den Enden in zwei verschiedenen Kolbenringnuten hängen bleibt. Das würde den Ring in sich verwinden. Beides ist der Tod für den Kolbenring. Der Schaden ist auf dem ersten Blick nicht ersichtlich. Im Ergebnis wird der Motor aber auf dem betroffenen Zylinder weniger Leistung haben oder einen erhöhten Ölverbrauch. Da wir uns einen neuen Satz Kolbenringe ersparen wollen, darf da halt nix schief gehen. Außerdem ist so ein Werkzeug wirklich nicht teuer.

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Am Ende noch die Kolbenbolzen raus und alles schön säuberlich aufgereiht.

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Wer jetzt genau hinsieht, wird einen fehlenden Sicherungsring für den Kolbenbolzen erkennen. Trotz aller vorsicht machte es bei der Demontage plötzlich „Ping“, und irgendwo weiter hinten in der Werkstatt klingelte es mal leise. Der RIng ist also mit viel Elan weggeschossen und ward nie wieder gesehen. 🙁

Aber Gott sei Dank bauen Audi und VW ihre Autos aus dem Baukasten. Dieser Sprengring wurde noch ein vielen, vielen anderen Motoren verbaut, so dass ich aus dem Fundus einfach nen Kolben aus nem alten Polo 1 – Motor zerlegt habe. Und siehe da – der Sprengring passt.

Schuh wird die Kolben jetzt abfräsen und bei Zeiten kann dann der Neuaufbau beginnen!

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Mythos 1: Ein Käfergetriebe hält nur 200 Nm

Gerüchten zufolge hält ein Käfergetriebe nur 200Nm Drehmoment stand, danach macht es dicke Backen. Da wir, genau wie die Mythbusters, solchen Aussagen gerne auf den Grund gehen und deren Wahrheitsgrad selbst prüfen, müssen wir das anliegende Drehmoment auf über 200 bringen. Wie geht das? Natürlich mit nem neuen Motor.

Schuh hat nen Motor aufgetrieben. Audi Triebwerk. MKB 7A. Kenner werden jetzt sofort hellhörig. 2,3 Liter Hubraum, 5 Zylinder, Fächerkrümmer und ab Werk 170 Frischmacher bei 220 Nm Drehmoment. Geil!

Als Schuh den Motor holte kam die Ernüchterung: Das Ding ist fast bis auf die letzte Schraube zerlegt. Was genau treibt jemanden, ein funktionierendes Triebwerk einfach mal so zu zerlegen? Schauen was drin ist?

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Naja – wir hab die Brocken gesichtet. Eigentlich alles da. OK, den Motor bekommen wir wieder hin. Aber halt! Wenn wir den eh von Grund auf neu aufbauen müssen, können wir es auch gleich richtig machen. Sprich: Von vorne herein auf Leistungsoptimierung setzen.

Da kommt ein Turbo drauf!

Also erstmal checken, was da für Kolben drin sind. Ölwanne ab und raus mit einem.

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Dann haben wir uns eingelesen. Bekanntermaßen muss die Verdichtung raus, wenn ein Turbo drauf kommt. Es gibt aus dem Audi-Fundus passende Kolben, die das Bolzenauge ein paar Millimeter weiter oben sitzen haben. Leider sind diese Kolben, bzw. die Motoren, wo die Kolben drin sitzen, dünn gesäht und entsprechend teuer. Das widerspricht allerdings unserem No-Budget-Grundsatz.

Wir haben dann mal den Kolbenboden ausgemessen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass der auch 2mm dünner sein darf. Die Kolben werden also abgedreht. Dadurch verringern wir die Verdichtung auf etwa 8,5:1. Das Gute an dem Motor: Der Block verfügt bereits über eine Kolbenbodenkühlung. Es sind kleine Röhrchen eingelassen, die von unten Öl unter den Kolbenboden blasen. Wir sind uns sicher, dass das an Kühlung ausreicht. Schließlich muss der Motor später zwar Vollgas haben können – braucht aber nicht mehr wie im Serienfahrzeug über hunderte Kilometer am Stück vollgasfest sein.

Am Ende werden wir etwas zerstören, das ist sicher. Entweder den Mythos, oder eben das Getriebe. Wir werden sehen.

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