Rückblick auf 2017

Hallo liebe Leser, Ihr frag euch zurecht auf was wir in 2017 zurück blicken wollen? Es ist uns nicht entgangen das hier tote Hose, gähnende leere, Ebbe, oder wie es auch immer heißen mag, herrscht. Tatsächlich sind wir nicht viel zum Schrauben an unsere Projekten gekommen, auch wurde der Crosser nicht einmal aus seiner Ecke geholt. Es hat viele Gründe, uns geht es aber gut, wir verstehen uns weiterhin und wie immer Prima, hatten aber andere Sachen im Blick und zu tun. Ich hoffe wir haben für 2018 mehr zu berrichten und als kleine Vorschau hier schon mal die Ankündigung auf 2 neue Beiträge in nächster Zeit.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr, weiterhin erholsame Tage zwischen den Tagen, bis in 2018.

Greetz $chuH

AUDI – Vorsprung durch Technik..?

Ein Loblied wird dieser Beitrag nicht werden, er soll aber auch nicht so tief in meine finstere Seele blicken lassen, in der die Horch, DKW, Auto Union oder wie auch immer gerade der aktuelle Name dieser Firmierung sei, keinen guten Stellenwert genießt. Ich fang am besten aber einmal von vorn an.

Der AUDI A6 2.8 FSI meines Nachbarn zeigte ihm anhand der Gelben Motorkontrollleuchte das irgendetwas nicht stimmte. Für ein zu dem Zeitpunkt 4 Jahre altes und nur rund 70tkm gelaufenes Auto erst mal ein großer Schreck. Da noch Garantie auf dem Kfz war wurde beim freundlichen vor Ort die Fehlermeldung ausgelesen und recht schnell die Sekundärluftpumpe als defekt identifiziert. Schläuche und Verkabelung waren in Ordnung, die Pumpe schnell getauscht und weiter ging die wilde Fahrt, bis, ja bis der Fehler in immer kürzeren Abständen wieder anlag. „Sekundärluftsystem Bank 1 Durchsatz zu klein.“ hieß es dieses mal aber laut VCDS. Die Werkstatt war Ratlos, die neue Pumpe funktionierte ja schließlich problemlos, warum der Fehler trotzdem wieder kam war allen ein Rätsel. Eine Spülung des Ansaugtraktes, bei einem Anbieter für solche Vorgänge, sollte nun Abhilfe schaffen, kostet ein paar Euro, aber was tut man nicht alles für das liebe Auto?

Dreckige Einlassventile 01 Dreckige Einlassventile 02 Dreckige Einlassventile 03

Was ihr da seht sind die schon gereinigten Einlassventile mitsamt Ansaugrüssel nach der Drosselklappe, nicht so schön, besser aber anscheinend nicht zu realisieren. Finger weg von irgendwelchen Anbietern für solche Art von Reinigungen. Es ging für uns also mit einer Fehlersuche los, wie funtioniert das System, welche Bauteile könnten defekt sein, wo liegt der echt bescheiden zu lokalisierende Fehler. Die Pumpe drückt zusätzlich zu den Abgasen Luft in den Kopf beziehungsweise den Abgaskrümmer. Pumpe sowie Schläuche wurden durch die Fachwerkstatt gecheckt und für gut befunden, am Kopf selbst sitzt an jeder Bank aber noch ein Ventil welches über eine Membran die Luft weiter gibt, aber keine Abgase zurück leitet. Bingo, jede Bank hat ihr eigenes Ventil, nur eine Bank meldet den Fehler, das muss es sein, Ventil bestellt und eingebaut, Fehler immer noch da. Was ein Mist dachten wir uns! Mein Nachbar schon echt ungehalten, wirft einem Portal im Internet aber erst mal noch ein paar Euro in den Rachen um eine weitere Meinung zu bekommen, diese sagt dann das ja eventuell das zweite Ventil an der anderen Bank kaputt sein könnte und offen steht. Dadurch bekommt die erste Bank gar keine Luft weil ja alles bei Bank Zwei landet und wir haben den Fehler. Fix noch ein zweites Ventil gewechselt und was soll ich sagen, der Fehler blieb hartnäckig bestehen. Wenn alle technischen Komponenten augenscheinlich in Ordnung sind, was kann dann noch sein bei einem 5 Jahre alten Benziner mit mittlerweile 90 tkm auf der Uhr!?

Wir haben zum Großen Showdown gebeten, das Auto auf die Bühne, die Ventile beide ab und Kanäle spülen, so war der Plan. Bestätigt wurde dieses durch den freundlichen der behauptet dieses würde mit 130bar Wasser aus einem Hochdruckreiniger gut funktionieren. Wir haben erst mal mit Sprühöl und einer selbst gebauten Lanze aus Gummischlauch und Druckluftpistole begonnen. Öl in den Schlauch, Schlauch in den Kanal im Kopf und Abfahrt. Wenn hinten nix raus kommt, kommt es halt vorne wieder raus, deswegen hat Frank auf dem Aufmacher zum Beitrag auch so schwarze Arme. 😉

Dreckige FingerDreckspatz 03Lanze mit Dreck

Da haben wir also den Dreck der das Sekundärluftsystem zum versagen bringt, wir haben mit allem zur Verfügung stehendem in den Kanälen auf beiden Bänken gebohrt, gepopelt, mit Wasser und Öl gespühlt bis beide Ventile wieder dran kamen und wir die Sekundärluftpumpe haben laufen lassen. An beiden Krümmern gefühlt, und immernoch das gleiche Ergebniss, zu wenig Luft auf Bank 1. Verdammt, was kann das noch sein? Wir kamen zu dem Punkt, zu dem wir eigentlich nicht vor hatten zu kommen! Der Krümmer muss ab und wir schauen direkt in den Kopf was los ist. Gesagt, getan. Hier habt ihr das Resultat.

Kopf Abgasseite Kopf Abgasloch 1

Seht ihr die kleinen Löcher rechts unten neben jedem Auslasskanal? Das sind Querbohrungen die auf die längs im Kopf sitzenden Kanäle treffen und die Luft quasi direkt an die Auslassventile leitet. Der Kanal den wir den ganzen Tag gespühlt haben ist gut frei geworden, er trifft aber nicht direkt ans Ziel, erst diese kleine Bohrungen die wir mit 6,5mm Bohrern quasi „aufbohren“ mussten halfen den Luftstrom wieder dahin zu lenken wo er hin soll. Hier mal der ganze Russ und Ölkohle der die Kanäle verstopft hat. Es war so einiges und das richtig fest, noch etwas mehr Druck und Zeit und wir hätten Diamanten „ernten“ können.

Bohrer mit Dreck 01 Bohrer mir Dreck 02 Bohrer mit Dreck 03 Bohrer mit Dreck 04

Bildet euch eine eigene Meinung zu dem Thema, meine habt ihr zwischen den Zeilen vielleicht raus lesen können, wer sich tiefer in die Materie einliest wird schnell feststellen das die meisten Werkstätten nicht in der Lage sind solche Fehler noch zu lokalisieren und einfach wild Teile tauschen, bis hin zu ganzen Köpfen, die das Problem dann zwar beseitigen, aber auch mit ein paar Tausend Euro stramm ins Geld gehen. An alle eine gute Unfall.- und Sorgenfreie Fahrt…

MotOrgasmus – 5-Bänger starten

Viel fehlte ja nicht mehr und es sieht alles wieder wie eine richtiger Motor aus. Also ran ans Werk, für Kabel ist Frank ja der richtige Spezialist und so war es für ihn ein leichtes alles zu ordnen. Viele Stecker waren vom Vorbsitzer gekennzeichnet worden und es ging letztendlich alles auf. Lassen wir ihn doch mal orgeln und gucken ob wir nen Funken kriegen, die genaue Position des Verteilers kannten wir nicht, vertrauten aber auf unser Bauchgefühl. Wird schon passen.

Sieht doch alles brauchbar aus, was nun noch fehlte war der Funke der noch überspringen sollte zu unserem Glück. Er war aber nicht ausfindig zu machen, was ein Ärger auch, so viel Zeit, Arbeit und Geld investiert und er will nicht laufen. Nun waren wir am grübeln was das wohl sein kann und es ist auch viel Zeit bei der Fehlersuche drauf gegangen. Den Verteler haben wir hin und her gedreht und am Ende noch mal abgebaut, den Hallgeber gecheckt, Kabel und Stecker geprüft, aber es tat sich nix. Verflixt und zugenäht, wofür gibt es aber das gute Internet mit seinen „Foren“ und „Fachleuten“? Frank hat heraus bekommen das sich der Fehlercode, sollte einer im Steuergerät abgelegt sein, ausblinken lässt. Und siehe da, wir haben einen Fehler, der Zündzeitpunktgeber liefert kein Signal. Wieso er das nicht macht war uns Anfangs ein echtes Rätsel, aber auch dafür habe wir eine Lösung gefunden. Der Stift der als Zeitpunktgeber in der Schwungscheibe steckt war zu kurz und lief so ungetastet am Geber vorbei.

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Den Stift konnte man nicht einfach ziehen, der saß extrem fest, hat anscheinend mal einen auf den Kopf bekommen, weshalb er wohl auch zu kurz war. Am Ende hab ich von der Rückseite ein kleines Loch gebohrt und ihn ausgetrieben.

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Einen Neuen Stift ein zu setzen und auf länge zu bringen war dann ein Kinderspiel, wir haben in der Eile auch vergessen Fotos davon zu machen, wir wollten nur noch eines, Wissen ob er Zünden und Laufen will. Schaut es euch an, mehr brauch ich hier nicht zu sagen. et violà

…und wir kommen dem Höhepunkt näher…

Wie Frank schon richtig beschrieben hat, „Es ist ein bisschen wie Sex“ und wir kommen mit jedem Teil das zurück an seinen Platz findet dem Höhepunkt etwas näher. Es sind eine Menge Teile, einige alt, einige neu, einige teuer. Aber was soll der Geiz? Wir zwei sind in freudiger Erwartung auf das was kommen wird wenn er denn wieder läuft. 😉 Als erstes stand aber noch etwas Fleißarbeit auf dem Plan. Da wir ja einen Turbo an den Motor flanschen wollen brauchen wir eine Rücklaufbohrung für das Motoröl welches der Turbo im Betrieb zur Lagerung und Schmierung benötigt. Eine Stelle am Block war schnell ausgemacht dafür, einen Körnerpunkt und mehrere abgestufte Bohrer später sah es schon ganz danach aus was es werden soll.

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Einen Stutzen dran geschraubt und schon kann das Öl nachdem es durch den Turbo gelaufen ist wieder zurück in den Motor.

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Frank hatte sich zwischenzeitlich schon mal um alle Fehlteile gekümmert und ein riesen Teilepaket zusammen gestellt. Wasserpumpe, Zahnriemen, Umlenkrollen, Kopfdichtung, Kopfschrauben, Ventildeckeldichtung, Ansaugbrückendichtung, Verteilerfinger, Verteilerkappe, es ist einiges gewesen. Hier ein überblick darüber.

Teile-Paket

So gut vorbereitet ging es dann auch flott weiter, Wasserpumpe eingebaut, Kopf aufgesetzt und nach Anleitung angezogen, Ölwanne angeschraubt. Es liest sich so einfach, aber wir hatten ne Menge Spaß und Mühe damit, seht es euch aber selbst an, er wächst so fein, unser Motor.

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Zerspanung deluxe – Kolben abfräsen

Wie die Überschrift es schon sagt ging es daran die Kolben obenherum etwas luftiger zu gestalten um Verdichtung aus den Brennräumen zu nehmen. Das haben wir ja beim Golf-Motor schon lernen müssen und sind diesmal von vorn herein darauf eingestellt.

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Als erstes stand eine Grundreinigung an, es saß doch ne Menge Ölkohle an den Kolben und diese ging mit dem richtigen Mittel ganz gut ab.

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Danach ab ins Futter auf der Fräse und abfahrt. Ich habe dazu ein Video gemacht, so können sich auch alle Mitleser ein Bild davon machen wie das funktioniert.

Fertig bearbeitet sehen die Kolben dann im vergleich zum Original so aus. Wir haben ausgerechnet das wir um auf eine Verdichtung von 8,5:1 zu kommen etwa 1,5mm vom Kolbenboden abfräsen müssen. Hat bestens geklappt, das Material ist sehr gut zu zerspanen und wir sind gespannt wie die Kolben sich wieder im Motor machen, hierzu dann demnächst mehr.

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