50/40 Keilfahrwerk für den Frontera

In Fürstenau haben wir die Kiste im Dreck versenkt. Meistens haben wir uns wieder aus eigener Kraft raus gewühlt. Manchmal aber auch nicht. Da mussten wir dann mit Muskelkraft nachhelfen. Damit das nicht wieder passiert haben wir das Fahrwerk vom Frontera modifiziert. Ich denke jedem ist klar, dass wir den Bock nicht tiefer legen, oder!? Der Hobel muss natürlich weg von der Erde. Je höher, desto besser.

Vorne ist das einfach. Die Drehstabfedern lassen sich einfach spannen. Rattermax drauf und Vollgas. Das waren tatsächlich schon alle notwendigen Arbeitsschritte. Sogar in der richtigen Reihenfolge. 😉

Hier kann man schön sehen, wie viel wir die Torsionsfeder vorgespannt haben:

Hinten ist das ein kleines bisschen komplizierter. Aber auch nicht wirklich dramatisch. Der hintere, bewegliche Schäkel der Blattfederung muss dazu verlängert werden. Und zwar der hier:

Das Fahrzeug gewinnt ca 50% der Schäkelverlängerung an Bodenfreiheit. Da wir gerne 5cm mehr hätten musste der Schäkel also 10cm länger werden. Schuh hat Maß genommen und das nötige Ersatzteil angefertigt. Hier liegt das Neuteil bereits neben dem ausgebauten Altteil.

Das Altteil ließ sich noch ohne große Gegenwehr demontieren. Muttern los, die eine Hälfte des Schäkels entfernt und den Rest zur anderen Seite herausgezogen. Der Zahn der Zeit hat hier ganz schön an den Dingern genagt.

Die Montage des längeren Schäkels war dagegen ein echter Kraftakt. Es gibt kein Bild von der Aktion, da wir zu dritt das Ding reingewürgt haben. Einer hat mit dem langen Montiereisen die Feder nach unten gespannt, und zwei haben die Achslagerungen in die Verlängerung gefädelt und die Schrauben eingesetzt. War ein ganz schöner Kraftakt, aber zuletzt haben wir dann doch gewonnen:

Hier der vergleich nachher / vorher:

Sieht nicht dramatisch aus, aber glaubt mir: 5cm sind enorm! Vorne sind es nicht ganz so viel geworden. Knapp 4cm etwa. Insgesamt hat der Frontera damit deutlich an Höhe gewonnen. Wie viel das tatsächlich bringt können wir natürlich erst beim nächsten Besuch in Fürstenau feststellen. Oder in der Kiesgrube.

Vorher müssen wir uns nur noch eine andere Kleinigkeit kümmern, die uns nach der Probefahrt mit dem neuen Fahrwerk ins Auge fiel.

Wem fällt es auf?

Der Frontera hat Dreck geleckt

Nachdem McBain von der Vorbereitung des Frontera berichtet hat, stand der Termin für den Einsatz auch schon Fest.

Am 9.12.18 sollte es an die Belastungsgrenzen des Fronteras gehen.

Man(n) wollte eins mit der Maschine werden und die Grenzen des machbaren testen.

 

Der Tag der Tage war nun da.

(Zu meiner Person muss man sagen, ich habe die Jungs Wahnsinnig gemacht, da ich jeden Abend verkündet habe, wie viele Nächte ich noch schlafen muss bis es losgeht.)

Beim Treffpunkt wurde der Frontera über beide Ohren hin vollgetankt, damit er im Einsatz nicht durstig wird.

Aber irgendwie hat die Magie noch nicht gestimmt, es hat noch was Wesentliches gefehlt um wirklich mit Stolz geschwenkten Heldenbrust in Fursten Forrest aufzutreten.

 

Wem der Begriff „Spirit of Ecstasy“ was sagt, weißt was ich meine.

Die Kühlerfigur, die dem Fahrzeug den Hauch verleiht, und zusätzlich nach außen hin denn Wahnsinn des Fahrers verkörpert.

(Nicht umsonst hat Ferrari ein Pferd und der Lamborghini denn Stier).

 

Nach ein Paar Formalitäten und Kopfnicken war es soweit.

 

$chuh traute sich als erstes die Grenzen des machbaren heraus zu finden.

In den ersten paar Meter wurde es sich an das Gelände ran getastet.

 

Doch dann ist der Geist aus der Flasche gelassen worden, das Gaspedal hat sich ab dem Zeitpunkt auf 2 Punkte arrangiert, Vollgas oder Standgas.

 

Die Schlammschlacht konnte beginnen.

 

Wir klemmten uns in den Windschatten eines Panzers und stürzten uns in das Abenteuer.

Das Gelächter und die Freude überschatteten den schreienden Motor.

Nach ein paar brenzligen Situationen und das Grinsen über beide Ohren, begleitet vom Wahnsinn hatten wir es doch geschafft uns fest zufahren.

Diesen kleinen Rückschlag feierten wir als unseren Erfolg.

 

Nach Begutachtung des Schlamassel, stellten wir uns der Herausforderung, und testeten unser zusammengestelltes Boardwerkzeug zur Bergung.

Schnell wurde klar, der Spanngurt, der um den Baum gebunden ist und stetig auf Spannung gezogen worden ist, war die Rettung.

 

Nach der 1 Bergung, folgte der Fahrer tausch.

McBain ging aus der Erfahrung und des Aufwandes des Festfahrens beharrlicher und Rücksichtsvoller mit der Wahl der Strecke um.

Dies zumindest für die ersten Kurven.

McBain ließ die Motorhaube komplett von den Löchern verschlingen und wieder auftauchen.

Mit ordentlich Schwung und einer Portion Wahnsinn, schaffte es McBain, den Hintermann durchs Auto zu katapultieren und gleichzeitig sich nicht fest zu fahren.

Nach einer turbulenten Fahrt, machten wir Halt für einen Fahrertausch und mussten feststellen, wir haben Wasser im Kolben.

Mit einem Grinsen im Gesicht, durfte ich mich nun behaupten.

Da ich, in die Fußstapfen von McBain treten wollte, um nicht fest zu stecken, Visierte ich die „Anfänger Strecke“ an.

Die Piste war verlassen und ich konnte mein Unwesen treiben, angetrieben vom Adrenalin und ein Hauch von Angst, stürzte ich mich mit dem Frontera in den Schlamm.

 

Die Jungs um mich herum, beteten in den ersten Zeilen um Ihr Leben und in der zweiten Zeile, dass wir uns nicht festfahren.

 

Doch was soll ich sagen, Hochmut kommt vor dem Fall…

 

Vom Gefühl her, schaffte ich es, dass tiefste geflutete Loch auszuwählen, und dazu noch mittig stecken zu bleiben.

Da helfen dem Frontera kein Weinen und kein Schluchzen, Zähne zusammen und raus da.

 

McBain übernahm das Steuer und wir befestigten die Spanngurte am Baum.

Aus der vorherigen Erfahrung, konnten wir uns doch recht schnell aus der brenzligen Situation befreien.

 

Was man im Nebensatz erwähnen sollte, beim Fahren sah man weit und breit niemanden auf der Anfängerpiste, doch beim Festfahren sind immer Leute da um zu schauen 😉

 

Nach der Bergung war doch etwas viel Wasser im Motorraum und Innenraum.

Der Frontera fing an zu schwächeln und lief zwischen durch nur auf 3 Zylinder, durch eine erhöhte Gasannahme legte man dem Frontera ans Herz wieder durch die 4 Zylinder zu Atmen.

Man räumte mir eine 2 Chance ein, und ich durfte ans Steuer.

Was soll ich dazu sagen?

Die Jungs haben es gut mit mir gemeint, keine 20 Meter weiter, saß der Frontera auf und die Reifen drehten sich munter im Wasser.

Von außen Begutachtet, sah es nicht so tief aus, aber der Frontera lag komplett auf.

Diese Bergungsaktion verlangte von uns verdammt viel Geduld, Kraft und Zeit und war zumindest die Aufwendigste und schwierigste Aktion.

Wir entschieden uns den Frontera rückwärts aus dem Graben zu holen.

Nach einer Ewigkeit und viel Schweiß, haben wir es einfach geschafft, oder waren wir schon geschafft?

Um den Fehler nicht ein weiteres Mal zu begehen, beschlossen wir nur mit einem Fahrer beladen und ordentlichem Schwung, diese „Fütze“ zu überqueren.

Seht selbst.:

Gebrandmarkt von auf einander folgende fest steckens, war wieder Fahrer Wechsel angesagt.

Bei der Pause, riskierten wir ein Blick in den Motorraum. Was soll ich sagen. Der Motor hat mehr als genug Wasser gesehen.

Durch die Erfahrung die wir gesammelt haben, sind wir etwas behutsamer an die Strecke rangegangen.

Im Laufe des Tages, nach dem wir die Strecken aus Matsch und Erde, komplett erkundet haben.

Trauten wir uns in neues Terrain, in die Sandflächen und dort war Aktion angesagt.

Mitten auf der Sandfläche machten wir ein kurzes Meeting mit anderen Fronterafahrern und konnten Erfahrungen austauschen.

Bei den Gesprächen stellten wir fest, dass unser Frontera noch ein Stück höher auf den Beinen stehen kann, was sicherlich das eine oder andere Feststecken erspart hätte.

Einer der Frontera´s hatte hinten die Aufnahme für die Blattfeder verlängert , diese reicht aus um etwas mehr an Höhe zu gewinnen.

Zum Ende hin fiel uns auf, dass der Motor immer zickiger wurde und die Öldrucklampe mehrfach und länger am Leuchten war.

Womit wir uns entschlossen haben, um größere Schäden zu vermeiden, den Tag ausklingen zu lassen.

Hier ein Paar Impressionen vom FRONTera die kein Kommentar bedarf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für das nachfolgende Bild , übernehmen wir keine Haftung für körperliche oder geistliche Schäden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zu guter letzt das Abschluss Foto:

 

Eine Schadensanalyse folgt…

 

 

Fuhrparkerweiterung: Allradpanzer

Mit dem Crosser haben wir lange nicht mehr fahren können. Irgendwie ließen sich Zeit und freier Acker nicht in Einklang bringen. Aber wie das so ist: Wenn man lange keine Pferdestärken hat fliegen lassen können juckt es einen in den Fingern. Und zwar mächtig. Richtige Petrolheads werden wissen, wovon ich rede. Also waren wir just for fun in Fürstenau, genauer gesagt Fürsten Forest. Ist ne alte Militärkaserne, in der man heute auf verschiedenste Arten Kraftstoff in Bewegungsenergie umwandeln kann. Wir wollten nur mal so gucken, was es da so gibt. Als wir angekommen sind bot sich die Mitfahrt in nem Panzer an. Klar, warum nicht!

Alter war das staubig.

Hat echt Spaß gemacht. Und wir haben ein bisschen vom Gelände gesehen. Aber viel wichtiger war, was neben der Panzerstrecke so passiert. Wir hatten auf dem Weg zu den Panzern schon den einen oder anderen Geländewagen gesehen, und uns gedacht, dass das sicher Spaß macht, mal selber hier rumzugurken. Als wir aber die ersten Geländewagen sahen, die trotz absoluter Dürre komplett unter Dreck saßen, dämmerte es uns, dass man hier auch im Sommer viel Freude haben kann. Abendliche Nachforschungen ergaben dann, dass Fürsten-Forest ein riesiges Offroad-Areal anbietet, dass alle möglichen Schwierigkeitsgrade abdeckt. Spätestens hier war klar: Wir brauchen selber so einen Bock.

Nur wachsen die Dinger nicht auf den Bäumen. Geld darf es ja auch möglichst nicht kosten. Schließlich versuchen wir alles ohne Budget zu lösen. OK, ganz ohne geht es hier nicht. Aber wir haben die Augen offen gehalten. Irgendwann kam der Tag, an dem mir ein alter Opel Frontera angeboten wurde. Ohne TÜV, ohne Papiere. Dafür für ne echt schmale Mark. Und technisch soweit in Ordnung. Allrad geht, Motor läuft, Getriebe in Ordnung. Logisch, dass ich da zugeschlagen habe. Also die Büchse auf nen Tieflader gepackt und zu mir geholt.

Auto läuft gut. Nur in der Farbe nimmt uns doch keiner Ernst. Mal Ehrlich: Flieder!? Wer hat den denn damals konfiguriert?

Klar, dass die Büchse erstmal nen ordentliche Anstrich braucht. Flieder… geht gar nicht! Artur hat Militärlack besorgt. Mal schauen, wir Camouflage so aussieht.



Viiiiiel Besser.


Sagte ich schon mal, dass Flieder scheiße aussieht?

Mit der Lackierung sieht der Hobel gleich viel gefährlicher aus. Macht echt was her. Gott sei Dank sieht man von außen nicht, dass der Bock mit seinem 2.0i Motor ein Blender ist. 😉 Und damit uns die Gurke nicht in der erstbesten Pfütze absäuft musste noch ein Schnorchel her. Originale Schnorchel kosten viel zu viel Geld. Das muss billiger gehen. Also haben wir den Lufteinlass am Luftfilterkasten um 180° gedreht.

Schuh hat nen Adapterring gebaut. Damit konnten wir einen 75er Schlauch an den Luftfilter schrauben.


Kurzerhand noch ein Loch in die Motorhaube gesägt und Schlauchstutzen drangeschraubt.




Schlauch dran, fertig.

Aus der Bucht gabs vom Chinamann nen Schnorchelaufsatz. Draufgeschraubt und fertig. Sieht doch gut aus, oder!?

Zu guter Letzt noch ein paar Schönheitskorrekturen…




…und dann kann Fürstenau kommen!