Wenn der Dicke dicke Backen macht…

Schöne Scheiße. Da will man ganz entspannt mit dem V8 zum Abendessen cruisen – und was ist!? Kurz nach dem Start quittiert der Motor mit fürchterlichem Geschepper seinen Dienst. Fehlzündungen, Rumgeballer und ne wild blinkende Motorkontrollleuchte signalisieren, lieber auf das Abendessen zu verzichten.

Doch was nun – wo liegt das Problem? Mal den Fehlerspeicher fragen. Da steht drin, dass Zylinder 1 bis 4 Verbrennungsaussetzer haben. Also die komplette Zylinderbank 1. Hmmm. Dürftige Infos aus dem Datenspeicher. Ok. Also die Zündspulen von Bank 1 und Bank 2 getauscht. Starten. Keine Besserung. Fehler wandert nicht mit. Neue Zündkerzen rein. Auch keine Besserung. Nachfrage beim Freundlichen meines Vertrauens: Könnten noch die Kats sein. Die Demontage des Katalysators der ersten Bank brachte die Gewissheit, dass es daran auch nicht liegt.

Jetzt wirds dünn. Dass der Fehler immer auf der Bank 1 bleibt, egal was man macht, ist kein gutes Zeichen. Auch wenn man normalerweise nicht viel sieht, hab ich den Ventildeckel der ersten Bank abgenommen. Zwischen den Nockenwellen liegen Plastkteile. Sehen aus wie Reste von nem Kettenspanner.

FUCK! Jackpot. Ein gebrochener Kettenspanner bedeutet, dass a) der Motor zur finalen Diagnose raus muss und b) der Motor ernsthaft Schaden genommen haben könnte. Ich hab dann nen Kompressionsprüfer besorgt und gemessen: Auf alle Pötten ist noch Kompression. Und sogar schön gleichmäßig.

Glück im Unglück. Also Ärmel hochgekrempelt, Schuh zur Verstärkung dazugeholt und dann raus mit dem Triebwerk. Ist echt sau viel Arbeit, so einen V8 quattro soweit freizulegen, dass der raus kann. Mal unter uns – so ein Motorraum ist ein ganz kleines bisschen verbaut. 😉

Ohne die Schnauze sieht man schön, wie eng der Wahnsinn ist.
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Nützt aber nix – Augen zu und durch. Wenige Stunden später ist der Motor dann auch schon raus.
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Ganz schön klein, so ein Motorraum. Will gar nicht wissen, wie lange die bei Audi rumentwickelt haben, um den Motor da rein zu kriegen. Obwohl – der S6 hat nen 10-Zylinder-Motor. Offensichtlich ist da noch ausreichend Platz…
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Runter mit dem Getriebe und ab mit dem Motor auf die Werkbank.
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Reicht für einen Tag. Feierabend.

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Das Monster lebt noch!

Der Mais kommt bald weg. Und wir haben echt lange nix mehr am Crosser gemacht. Hat sich quasi über den Sommer die Reifen eckig gestanden. Und da wir vorbereitet sein wollen, wenn der Mais weg ist, haben wir uns seit langem mal wieder zum Schrauben getroffen. Ziel: Der Crosser muss laufen!

Also raus mit dem Bock aus der Ecke und schauen, was zu tun ist. Motorhalter hinten abgebrochen: Wieder drangebraten. Batterie: fehlt. Eine eingebaut. Licht an: Nur drei der vier Lampen leuchten. Mal gegengeschlagen. Jetzt gehen wieder alle. Sach- und Fachgerechte Instandsetzung kann so einfach sein!

Ok. Zündung an. Lüfter dreht, alle Kontrollleuchten sind an. Also Sprit drauf und orgeln! Der Motor hat sich ein bisschen geziert. Aber nach drei oder vier Startversuchen kam das erste Lebenszeichen. Beim nächsten Startversuch ist er unter heftigem Protest (Zündaussetzer und Backfire) angesprungen. Ein wenig mit dem Gas gespielt, den Motor am Leben gehalten und nach kurzer Zeit lief er dann auch schon von alleine.

Standgas ist vielleicht ein bisschen hoch. Aber mal ehrlich: Bei dem langen Weg bis zum Luftmengenmesser, der fehlenden Drosselklappe der DiSa (Diffenrenzierte Sauanlage), dem ganzen Dreck im Ansaugsystem, den vergewaltigten Zündkerzen der letzten Saison und ner Lambdasonde, von der keiner weiß ob sie überhaupt noch Signale raus gibt kann man hier fast schon von seidenweichem Lauf sprechen! 😉

Dreck im Ansaugsystem war dann auch unser Stichwort. Wo kommt der her? Schließlich haben wir doch einen Luftfilter verbaut. Mal an allen Stellen gewackelt und gezogen. Und siehe da: Der Schlauch vom Luftfilter fällt ohne Gegenwehr ab.

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Zwei der drei Madenschrauben, die den Schlauch fixieren, sind weg, die dritte sitzt fest. Na klasse. Aber kein Problem. Gewindeschneider an den Start und die alten Windungen nachgeschnitten. Ordentlich Loctite an die Schrauben und dann wieder dran mit dem Schlauch.

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Sieht wieder gut aus. Wir haben noch ne Probefahrt gemacht. Der Bock läuft. Der Mais kann jetzt weg!

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MotOrgasmus – 5-Bänger starten

Viel fehlte ja nicht mehr und es sieht alles wieder wie eine richtiger Motor aus. Also ran ans Werk, für Kabel ist Frank ja der richtige Spezialist und so war es für ihn ein leichtes alles zu ordnen. Viele Stecker waren vom Vorbsitzer gekennzeichnet worden und es ging letztendlich alles auf. Lassen wir ihn doch mal orgeln und gucken ob wir nen Funken kriegen, die genaue Position des Verteilers kannten wir nicht, vertrauten aber auf unser Bauchgefühl. Wird schon passen.

Sieht doch alles brauchbar aus, was nun noch fehlte war der Funke der noch überspringen sollte zu unserem Glück. Er war aber nicht ausfindig zu machen, was ein Ärger auch, so viel Zeit, Arbeit und Geld investiert und er will nicht laufen. Nun waren wir am grübeln was das wohl sein kann und es ist auch viel Zeit bei der Fehlersuche drauf gegangen. Den Verteler haben wir hin und her gedreht und am Ende noch mal abgebaut, den Hallgeber gecheckt, Kabel und Stecker geprüft, aber es tat sich nix. Verflixt und zugenäht, wofür gibt es aber das gute Internet mit seinen „Foren“ und „Fachleuten“? Frank hat heraus bekommen das sich der Fehlercode, sollte einer im Steuergerät abgelegt sein, ausblinken lässt. Und siehe da, wir haben einen Fehler, der Zündzeitpunktgeber liefert kein Signal. Wieso er das nicht macht war uns Anfangs ein echtes Rätsel, aber auch dafür habe wir eine Lösung gefunden. Der Stift der als Zeitpunktgeber in der Schwungscheibe steckt war zu kurz und lief so ungetastet am Geber vorbei.

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Den Stift konnte man nicht einfach ziehen, der saß extrem fest, hat anscheinend mal einen auf den Kopf bekommen, weshalb er wohl auch zu kurz war. Am Ende hab ich von der Rückseite ein kleines Loch gebohrt und ihn ausgetrieben.

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Einen Neuen Stift ein zu setzen und auf länge zu bringen war dann ein Kinderspiel, wir haben in der Eile auch vergessen Fotos davon zu machen, wir wollten nur noch eines, Wissen ob er Zünden und Laufen will. Schaut es euch an, mehr brauch ich hier nicht zu sagen. et violà

Lange nix mehr gehört.

Ich sach et mal so: Der Winter war nass und kalt, und das Klima im Wohnzimmer deutlich angenehmer. Daher haben wir uns in der Werkstatt nicht mehr aufgehalten, als nötig tat.

Wir haben zwar hier und da mal geschraubt, allerdings die Schrauberei meistens zu Gunsten von Kaffee trinken zeitig wieder aufgegeben.

Trotzdem haben wir ein bisschen was am Motor geschafft. Zum Beispiel den Venildeckel angeschraubt.

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Und wie immer gilt: Middem Ööl nich spaasam sein!

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Dann den Fächerkrümmer dran…

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…Ansaugbrücke drauf…

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…und den Zahnriemen aufgelegt.

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Ich finde, das reicht für den Winter, oder!?

Als nächstes kommt der Kabelbaum dran. Und dann mal sehen, ob wir dem Motor nicht das Laufen beibringen können!

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…und wir kommen dem Höhepunkt näher…

Wie Frank schon richtig beschrieben hat, „Es ist ein bisschen wie Sex“ und wir kommen mit jedem Teil das zurück an seinen Platz findet dem Höhepunkt etwas näher. Es sind eine Menge Teile, einige alt, einige neu, einige teuer. Aber was soll der Geiz? Wir zwei sind in freudiger Erwartung auf das was kommen wird wenn er denn wieder läuft. 😉 Als erstes stand aber noch etwas Fleißarbeit auf dem Plan. Da wir ja einen Turbo an den Motor flanschen wollen brauchen wir eine Rücklaufbohrung für das Motoröl welches der Turbo im Betrieb zur Lagerung und Schmierung benötigt. Eine Stelle am Block war schnell ausgemacht dafür, einen Körnerpunkt und mehrere abgestufte Bohrer später sah es schon ganz danach aus was es werden soll.

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Einen Stutzen dran geschraubt und schon kann das Öl nachdem es durch den Turbo gelaufen ist wieder zurück in den Motor.

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Frank hatte sich zwischenzeitlich schon mal um alle Fehlteile gekümmert und ein riesen Teilepaket zusammen gestellt. Wasserpumpe, Zahnriemen, Umlenkrollen, Kopfdichtung, Kopfschrauben, Ventildeckeldichtung, Ansaugbrückendichtung, Verteilerfinger, Verteilerkappe, es ist einiges gewesen. Hier ein überblick darüber.

Teile-Paket

So gut vorbereitet ging es dann auch flott weiter, Wasserpumpe eingebaut, Kopf aufgesetzt und nach Anleitung angezogen, Ölwanne angeschraubt. Es liest sich so einfach, aber wir hatten ne Menge Spaß und Mühe damit, seht es euch aber selbst an, er wächst so fein, unser Motor.

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