Schlachtviecher

Bei der Bierkiste hat´s etwas gestockt, es fehlten wieder mal´n paar Teile um das Puzzle zu erweitern. In dem Falle das Kettenrad, ne Kette, Bremsscheibe sowie Bremszange usw. Also mal fix paar Teile raus gesucht und zusammengerechnet. Lohnt die Neuanschaffung nicht, Ist´s mir nicht wert. Also ne alternative überlegt: Schlachtpocketbike kaufen. Gibt´s für schmale Märker inne Bucht, problem ist nur die Abholung wenn die Dinger wie Frank schon erwähnte in Furzmoos im Allgäu stehen. Beobachten war also die nächste Devise. Gevater zufall war auch hier wieder hilfreich, 50km von hier weg standen zwei Pockets schon das dritte Mal zum Verkauf im ebay. Das letzte mal für unschlagbare 30Euro zum Sofortkauf. Da mußte ich nicht lang überlegen und hab zugeschlagen. Hier also die Schlachtviecher nach der Abholung in der heimischen Garage.

Beide laut Angebot für Bastler, beide ohne Kette sonst aber Betriebsbereit. Je ein Pocket Bike und Dirt-Pocket Bike. Nach der ersten Betrachtung war das „Renn-Pocket“ wirklich schlachtreif und keinesfalls Betriebsbereit. Interessiert mich aber auch nicht wirklich, die Teile waren und sind wichtig. Das „DirtPocket“ ist aber bis auf die fehlende Kette wirklich bedingt Betriebsbereit. Will nicht richtig laufen, springt aber wohl an, den Rest krieg ich auch wohl wieder hin, das wird aber ne andere Geschichte.

Weiter gings also mit schlachten, ist nicht viel dran, ging fix. Verkleidung runter, paar Schrauben hier und da und schon ist´s auseinander. Zum schmuntzeln hat mich die Schraube gebracht die die Gabel am Lenkkopf hält. Hochwertiger Stahl sieht anders aus, mußte erst mal googlen, trotzdem ich Metaller bin, ob´s die Güteklasse für Schrauben wirklich gibt. Die haben ne Zugfestigkeit von 420 N/mm². Also Butter im Tiefkühler wird härter, sag ich da mal so einfach daher.  😉

Technisch hochwertige Fertigung, da werde ich richtig neidisch. Was die Chinesen so in ihren Hinterhöfen zusammenbraten ist echt krass. Bis demnächst wieder.

Rente für das Golf Turbo-Triebwerk

Das Nachtfahren war auch gleichzeitig Saisonausklang 2011. Denn Turbo-Schuh hatte die Sachen für die Kupplung zusammen und wollte jetzt dran, die Teile für den BMW-Motor passend zu dengeln. Dazu brauchte er aber ne Handvoll Maße der aktuellen Kupplung. Rankommen ohne Motor ausbauen? Fehlanzeige. Und wenn der Motor einmal ab ist, kommt der auch nicht wieder dran. Zumindest erstmal.

 

 

Also runter mit dem alten Hochleistungstriebwerk. Dabei wurde auch gleich der Turbo inspiziert: kein Lagerspiel! Hut ab, der Verdichter hält was aus. Und dabei ist das ein Ford-Turbo. Wenn die Jungs auch nicht viel können: Turbos bauen haben se drauf.

 

 

Naja – der Motor war nach kurzer Zeit vom Getriebe getrennt. Damit lag die Kupplung frei und Schuh konnte Maß nehmen.

 

 

Interessanterweise ist die Druckplatte voller frischer Kampfspuren. Überall Macken, Schrammen und verballerte Schraubenköpfe (auf dem Foto schlecht zu erkennen) – aber nichts zu erkennen, was die Ursache gewesen sein könnte.

 

 

Sicher ist nur, dass da irgendwas durchgegangen ist. Falls jemand ne Idee hat, was das gewesen sein könnte -> Kommentar!

 

 

Schuh hat jetzt erstmal zu tun. Sobald die Kupplung fertig ist kommt der BMW-Motor zum ersten mal an das Käfer-Getriebe.

Wir sind gespannt!

Kommt mit auf die dunkle Seite der Macht. Nachtfahren…

Als erstes stand wie immer Schrauben an, in dem Fall wieder Adapterplattentest. Also mal den neuen Dummy an den Start und siehe da. Die Messorgie eine Woche zuvor hat sich bewährt. Alle Schraubenlöcher paßten auf Anhieb und die Aussparung in der Mitte war nur noch Formsache. Ein paar Millimeter mußten da noch raus, aber wie ihr seht: „Sitzt, paßt, wackelt und hat Luft“. Die Grundform ist also bestimmt, jetzt muss der Golfmotor runter um die Abstände zum Getriebe aus zu messen damit wir wissen wie dick die Platte werden soll und dann geht die in Produktion. 😉

Ein bißchen Zeit haben wir noch damit verbracht ein paar Strippen zu prüfen und schon mal zu isolieren. Frank war so frei und hat sich durch den 577 Seiten umfassenden Schaltplan des E36 gewühlt um die Pins des Motorsteckers zu identifizieren. Alles was schon mal durch geknippst ist stimmt mit dem Plan überein und kann dann dementsprechend weiterverkabelt werden.

Danach gings für ne kurze Aufwärmrunde und nen leckeren Kaffee kurz ins warme und wir warteten das sich die Sonne vom Tage verabschiedete. Dauert im Winter ja bekanntlich nicht lang und so ging´s flott weiter mit dem Kart. Den Deckel der sich beim Turboschmelzen verabschiedet hatte haben wir beim Schrauben noch wieder fest gemacht. Ging auch kurz und schmerzlos. Hier nur ein Bild vom fertigen Zustand und einige Aufnahmen vom Acker. Wenn´s dunkel ist ist´s ja auch so ne Sache mit´m Bilder machen. Blitz an verfälscht das Bild, Blitz aus sieht man nix. Es war aber ne Geile Fahrt, die Scheinwerfer leuchten vorm Kart gut aus.

So sieht man nach ner halben Stunde düsen aus, war aber auch wieder schön glitschig der Acker. 😉

Ps. Ne kurze Info zum Eröffnungsbild. Es sind zwei Lichter zu sehen da ich bei nem weiten Auslauf von Frank den Mond mit auf das Bild gequetscht hab. Wie schon erwähnt, Bilder machen im dunkeln ist so ne Sache…  😉

Den Turbo an die Schmelzgrenze bringen

Kart schruppen stand eigentlich gar nicht auf dem Plan. Wir wollten den Motorheber optimieren und an der Adapterplatte arbeiten. Aber wie das nun mal so ist mit dem Planen…

Den Motorheber haben wir immerhin überarbeitet bekommen. Schuh hatte sich dafür ein Mittenlager ausgedacht und gefertigt. Wir haben dann hier in der Werkstatt den „alten“ Heber zerlegt, das Lager eingebracht und dann alles miteinander verbraten.

Jetzt funzt der 1a – die Gewindestange hängt nicht mehr durch und der Motor wird perfekt gehalten. Schön.

Bei der Adapterplatte sind wir aber nicht viel weiter gekommen. Das Teil passte nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Also hat Schuh nochmal ne Menge Maße genommen und überarbeitet die Zeichnung, bzw. die Adapterplatte.

Also haben wir das Kart gepackt und ab damit aufn Acker. Die Strecke von der Werkstatt bis zum Acker muss als Warmlauf reichen. Sind schließlich locker 50 Meter. Dann drauf den Socken und ordentlich fliegen lassen. Die kalte Luft scheint dem Hobel gut zu bekommen – er hatte gefühlt mehr Leistung als sonst. Wir sind also mit etwa 100 Klamotten über den Acker geflogen – teilweise jenseits des kontrollierbaren. Bodenwellen und Spurrillen können bei dem Tempo ganz schön widerlich sein, das ist mal sicher.

Nach drei Runden haben wir die ersten Bilder vom Turbo machen können:

Schuh meinte, er könne das auch und hat den Bock noch mal richtig geschruppt. Sieht auch gleich besser aus:

Ich hab mir aus dem Internet ne Tabelle mit Glühfarben für Stahl gezogen – und der Vergleich ergab etwa 800°C für die netten roten Stellen. Geil. Schon beeindruckend, mit welchen Temperaturen so ein Motor, bzw. Turbolader klar kommt und noch ordentlich arbeitet.

Für den besseren Effekt steht die Tage mal Nachtfahren an – schließlich soll der glühende Turbo ordentlich zur Geltung kommen.

Schuh hat dann noch ein paar Gasstöße gegeben – mit ordentlich Feuer im Exorzisten. DAS zusammen mit dem glühenden Turbo ist mal ein heißer Arsch!

Und dann kam, was kommen musste. Nach dem achten oder neunten Gasstoß ein Knall – und der Motor stand. Zum Anspringen war der nicht mehr zu bewegen. Scheiße! Leider die Karte der Kamera voll – sonst wär der Knall mit drauf gewesen auf dem Video.

Was war passiert? Eine fette Fehlzündung hat uns den Druckbogen zerballert. Der Deckel, der aus fertigungstechnischen Gründen auf der Stirnseite reingeschrumpft wurde, war weg. Hier ein Bild davon – allergings steckt der Stopfen hier schon wieder drin.

Schuh hat ein wenig gesucht und den Deckel in einiger Entfernung wiedergefunden.

Abtreten der Strecke ergab 12 Meter, die der kleine Plastikdeckel geflogen ist. Hut ab – ganz schön viel Gewalt in so ein bisschen Fehlzündung. Ich hab den Deckel von Hand wieder in den Druckbogen reingedrückt und mit dem Daumen festgehalten. Ganz doofe Idee. Schuh startet den Motor – und was passiert? Noch ne Fehlzündung. Der Deckel fliegt wieder weg und die Stichflamme aus dem Druckbogen versengt mir den Daumen. Scheiß Feuer.

Feierabend – wir machen weiter, wenn die Wunden verheilt sind. 🙂

Ran an die Buletten.

Schrauben ist angesagt. Motor mitsamt Getriebe haben es ja schon auf Pallette geschafft, Frank hat darüber ja ausführlich berichtet. 😉 Da wir aber nur den Motor brauchen muss das Getriebe ab. Vorteil bei der Aktion ist die Tatsache das ich schon mal in Richtung neuer Adapterplatte sowie Schwungscheibe anfangen kann zu arbeiten. Beides ist ja an den Golfmotor angepasst und soll es auch bleiben. Die Option halten wir in der Hinterhand, der kommt ins Lager.

Als erstes aber mal eben das Köpfchen angestrengt und überlegt wie wir besser am Motor hantieren können. So´n Motorhalter wäre cool, und ein paar Handgriffe später war einer fertig. Ganz so leicht und schnell ging´s dann doch nicht, ich hatte da schon mal was vorbereitet.^^ Aber diese Teile liessen sich schnell zusammenschweissen und schon war er fertig. Geplant ist es so das über die Gewindestange das ganze auch noch im belasteten Zustand Axial verschiebbar ist. Somit können wir die Position des Motor besser angleichen falls dieser mal paar Millimeter versetzt oder der Winkel angepasst werden soll.

Nun gut, in der Mitte biegt die Gewindestange etwas durch, da kommt noch ein Lager mehr hin. 😉 Sonst sieht das doch schon ganz gut aus. Jetzt aber Butter bei die Fische und ran ans Getriebe. Ging ganz flott, paar Schrauben und ab ist so´n Getriebe, ist ja im ausgebauten Zustand nicht mehr viel dran. Die Schwungscheibe folgte dem ganzen und schon haben wir fertig.

Ganz fertig waren wir dann doch noch nicht! Wir hatten vorher schon über den Krümmer gegrübelt. Beim Golfmotor bündelt sich das alle schön mittig und geht einfach nach unten weg. Da der BMW-Motor aber längs im Fahrzeug sitzt geht der Krümmer auch nach hinten vom Motor weg.  Aber auch kein Problem für uns. Ab das Ding, 180° Wende und wieder dran, im Bild zwar nur gehalten, aber so kommt er dann dran und kann frei nach Oben/Hinten auspuffen…