Rein mit dem Hochleistungstriebwerk

Der Motor ist auf Vordermann gebracht. Da juckt es natürlich in den Fingern, das Hochleistungstriebwerk zu platzieren. 50 Wilde Pferde wollen schließlich wieder zum Leben erweckt werden. Also haben Schuh und ich den Motor an die Kette gehängt und reingezirkelt.

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Wobei das bei nem Triebwerk dieser „Größe“ kein wirkliches Problem dar stellt. Im Motorraum ist so viel Platz, dass man sich locker neben den Motor stellen könnte. Im eingebauten Zustand, versteht sich.

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Motorlager dran, Antriebswellen festgeschraubt, die drei oder vier Kabel an den Motor gesteckt und schon ist das Ding prinzipiell lauffähig.

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Kühler rein und Wasser drauf – fertig!

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Da das Amaturenbrett mittlerweile auch schon wieder drin ist (leider hab ich das irgendwie gar nicht fotografiert), haben wir ne Batterie dran gehängt, ein paar Liter Sprit aufn Tank gekippt und mal nen Startversuch gemacht. Was soll ich sagen – der Bock sprang auf Anhieb an und läuft wie ein Uhrwerk.

Das freut!

Der Zahn der Zeit

Was machen 30 Jahre alte Dichtungen? Richtig, sie lecken. Oder richtiger: sie werden lecken, wenn der Motor reanimiert wird. Daher habe ich vorgebeugt. Der alte Motor aus dem Golf wird ausrangiert. Bedingt durch einen Motorschaden hatte ich damals einen Motor aus nem Polo eingebaut. Gleiche Maschine, aber falscher Motorkennbuchstabe. Ich habe mir einen Motor besorgt mit passendem MKB und den auf die Werkbank gewuppt. Bevor der eingebaut wird, kommt alles neu, was nachher irgendwie Ärger machen könnte.

Als aller erstes mal den Zahnriemen runter. Sicher ist der keine 30 Jahre alt. Aber selbst, wenn der nur 20 Jahre ist, ist die Lebensdauer deutlich überschritten.

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Und wo der Riemen schon mal runter ist, kommt auch gleich der Simmering der Kurbelwelle neu. Nichts ist ärgerlicher, als ausgerechnet da im nachhinein noch mal bei zu müssen.

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Neue Wasserpumpe rein und neuer Riemen drauf. Die nächsten 60tausend Kilometer habe an der Baustelle erstmal ruhe. Oder 5 Jahre, je nach dem, was ich zuerst voll bekomme.

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Der Kurbelwellensimmering an der Kupplungsseite kommt auch neu. Überraschung: bei der Demontage der Kupplung kommt eine brandneue Druckplatte mit samt Kupplungsscheibe zum Vorschein. Da ist auf der Reibfläche noch die aufgedruckte Teilenummer zu sehen. Manchmal muss man auch einfach mal Glück haben.

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Simmering neu, Ventildeckeldichtung neu, Ölwannendichtung neu. Da bin ich jetzt safe.

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Bevor der Ventildeckel drauf kommt, natürlich noch Ventile einstellen.

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An die Zündung muss ich auch nicht dran – das ist, genau wie die Kupplung, noch neuwertig. Der alte Besitzer des Motors hat da wohl noch kurz vorm Ausrangieren Geld investiert. Mir solls recht sein.

Böse Überraschung, als ich den Thermostaten erneuern wollte: Der Stutzen hats hinter sich.

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Gott sei Dank war am alten Motor noch ein guter Stutzen dran. So konnte ich den nehmen. Dann Getriebe dran und fertig ist die Marie zum Einbau.

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Die Anbauteile sind natürlich auch schon wieder alle dran. Wobei „alle“ bei nem Golf 1 Anlasser und Lichtmaschine bedeutet. Früher waren die Kisten halt noch herrlich unkompliziert gestrickt. Unnötiger Schnickschnack wurde einfach weggelassen.

Ich freu mich schon auf den Einbau!

Bienenscheiße!

Wachs ist Bienenscheiße. Zumindest sagt man das so. Merkwürdigerweise hab ich im Datenblatt zur Hohlraumversiegelung nichts dazu gefunden. Am Ende stimmt das gar nicht? Ein Fall für Galileo Mystery!

Scheiß drauf, ich hab die Hohlräume vom Golf trotzdem damit zugejaucht. Und nein, ich benutze kein Mike Sanders und wie die ganzen Wundermittel alle heißen. Das A und O für ne ordentliche Konservierung ist ein rostfreier Untergrund, ne ordentliche Konsistenz des Wachses und natürlich das richtige Werkzeug. Der Rest ist blanke Geldmacherei auf dem Rücken der unwissenden und besorgten Oldtimerbesitzer. Ist halt die gleiche Liga wie die Pfannen und Messer aus dem Home-Shopping-Sendern.

In nutze für die Konservierung eine Druckbecherpistole mit Schlauch und Lanze. Die Lanze ist ein dünnes Röhrchen, dass vorne 90° abgewinkelt ist. Damit kommt man in alle Ritzen und Fugen. Außerdem passt die Lanze duch die kleinen Bohrungen am Holm, in die die Clipse der Zierleisten gehören. Damit habe ich die Möglichkeit, ca. alle 30cm Wachs in den Holm injizieren zu können. Durch die abgewinkelte Lanze kann ich das Wachs nach Bedarf in alle Richtungen blasen. Was nützt die beste Konservierung, wenn ich nicht alle stellen erreiche?

Am Ende habe ich in die Holme, Seitenteile, Türen und Hohlräume knapp 3 Liter Wachs geblasen. Da ich nicht überall hinsehen kann, hab ich mit dem Fotoapparat kontrollieren müssen, ob ich alle Stellen erwischt habe:

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Die grauen Punkte im Wachs sind kein Metall, das ist Strahlsand, der noch in irgend einer Ecke gelegen hat und jetzt durch den Wachs wieder hochgeblasen wurde.

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Sieht alles sehr gut aus. Ich kann davon ausgehen, das ich die restlichen Stellen genausogut erwischt habe.

Bei nächster Gelegenheit kommen die Verkleidungen wieder dran. Dann siehts schon wieder ein bisschen mehr nach Auto aus.

Important things first

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge, oder wie heißt es so schön? Damit ich das aber in Angriff nehmen kann, musste ich ein paar Vorbereitungen treffen.

Die Innenausstattung soll nach Möglichkeit unverändert bleiben. Da kommen also keine Löcher rein für Boxen oder so. Damit aber die Musik nachher nicht nur aus dem quäkeligen Originallautsprecher kommt, soll in den Kofferraum eine entnehmbare Box samt Endstufe und so. Geht halt nix über anständige, laute Mucke.

Also Kabel rein. Und nicht so kleine. Nicht, dass da nachher nicht genug Strom durch fließt.

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2x 25mm² sollte reichen. Leider hatte ich kein passendes Cinch-Kabel, dass ich da gleich mit verlegen konnte. Also Kabel bestellt und erstmal woanders angefangen. Ich hab mal das Amaturenbrett wieder rein gebaut.

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Damit sieht man am besten, dass es voran geht. Mal sehen, was als nächstes rein kommt. Ich denke, ich nehm mir mal die Türen vor…

Er ist heller als vorher…

Ich will euch die Ergebnisse der Lackierung nicht lange vorenthalten. Spannenderweise ist der neue Lack etwas heller als der alte. Dabei habe ich mir den Lack passend anmischen lassen (VW Lacknummer L30C, Malagarot). Entweder dunkelt der Lack im Laufe der Zeit noch ein wenig nach, oder durch die normale Farbstreuung ist der Lack halt ein wenig heller geworden. Am Ende isses egal – der Lack sieht geil aus. Und das ist alles, was zählt.

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Sobald der Lack annehmbar durchgehärtet ist, kommt der Golf wieder zurück in die Werkstatt. Dann gehts an den Zusammenbau.

Ick freu mir!