Lange nix mehr gehört.

Ich sach et mal so: Der Winter war nass und kalt, und das Klima im Wohnzimmer deutlich angenehmer. Daher haben wir uns in der Werkstatt nicht mehr aufgehalten, als nötig tat.

Wir haben zwar hier und da mal geschraubt, allerdings die Schrauberei meistens zu Gunsten von Kaffee trinken zeitig wieder aufgegeben.

Trotzdem haben wir ein bisschen was am Motor geschafft. Zum Beispiel den Venildeckel angeschraubt.

IMG_5629

Und wie immer gilt: Middem Ööl nich spaasam sein!

IMG_5632

Dann den Fächerkrümmer dran…

IMG_5634

…Ansaugbrücke drauf…

IMG_5635

…und den Zahnriemen aufgelegt.

IMG_5628

Ich finde, das reicht für den Winter, oder!?

Als nächstes kommt der Kabelbaum dran. Und dann mal sehen, ob wir dem Motor nicht das Laufen beibringen können!

Hier geht´s weiter…

Es ist ein bisschen wie Sex…

Das Pflichtprogramm ist durch. Verdichtungen wurden berechnet, Kolben aus der alten Pumpe herausoperiert, gereinigt und abgefräst.

Der Zusammenbau kann also beginnen.

IMG_0861

Da liegen sie, die neuen, alten Kolben. Vorbereitet auf ein zweites Leben im Hochleitungstriebwerk. Bindeglied zwischen Verbrennung und Drehbewegung. Kernelement und Namensgeber eines jeden Kolbenmotors. Alles drum herum ist darauf abgestimmt, im Zusammenspiel mit Hitze, Druck und Drehbewegung zu funktionieren. Wenn wir hier einen Fehler machen, wird sich das am Ende rächen. Leider merkt man das erst beim Probelauf. Dann ist es zu spät. Aber wir sind guter Dinge.

Zuerst müssen mal die Pleuel wieder an die Kolben dran. Dank umfangreicher Markierungen ist das wie puzzeln, nur einfacher. Malen nach Zahlen.

IMG_0865

Dann die Kolbenringe wieder drauf. Logisch, dass wir hier mit rauen Mengen Öl arbeiten. „Mit dem Öl nicht sparsam sein!“ ist hier das Motto.

IMG_0864

Dann die Kolben in das Spannband gepackt und ordentlich zugedreht. Damit drückt man die Kolbenringe zusammen und kann dann den Kolben in seine Bohrung einführen und zärtlich mit den Kolbenringen zusammen an seine finale Position drücken. Ist wie beim Sex – wenns ordentlich geschmiert ist flutscht es von selber.

IMG_0867

Pleuellagerschalen rein, Pleuellager drauf und festgezogen. Natürlich nicht ohne vorher alles ordentlich mit Öl zu fluten.

Dann das erste mal die Kurbelwelle drehen. Glück gehabt – dreht sich noch. 😉 Den Kolben auf OT gedreht und schauen, wie das Ergebnis ist. Anstelle eines vorher dagewesenen, leichten Kolbenüberstands haben wir jetzt einen Kolbenunterstand. Der Kolben fährt also nicht mehr höher als die plane Auflagefläche für den Zylinderkopf.

IMG_0869

Nachdem alle Kolben drin sind den Motor noch mal drehen: Ja, fühlt sich gut an. Jetzt müssen erst Ersatzteile bestellt werden. Zylinderkopfdichtung, Schrauben, Zahnriemen, Wasserpumpe, etc.

Sobald die da sind, geht´s hier weiter…

Vorbereitungen zum Motoraufbau

Wie schon beim letzten mal geschrieben müssen wir zusehen, dass wir die Verdichtung des Motors reduzieren. Also erstmal raus mit den Kolben. Oha – ganz schön siffig. Da sammelt sich ne Menge Ölkohle und sonstiges Zeugs auf dem Kolben und an den Ringen, bzw. in den Ringnuten.

IMG_0848

Dann ne Wanne besorgt, mit Putzpapier ausgelegt und beschriftet. Damit nachher jeder Kolben und jeder Kolbenring wieder dahin zurück kommt, wo er hergekommen ist.

IMG_0846

Dann mit einer speziellen Kolbenringzange die Ringe vom Kolben abgehoben. Diese Zange ist erforderlich, da man sonst Gefahr läuft, bei der Demontage und der Montage den Kolbenring entweder punktuell zu überdehnen (in der Regel gegenüber der Kolbenringöffnung durch unsachgemäßes aufbiegen des Ringes) oder der Ring beim händischen Abstreifen mit den Enden in zwei verschiedenen Kolbenringnuten hängen bleibt. Das würde den Ring in sich verwinden. Beides ist der Tod für den Kolbenring. Der Schaden ist auf dem ersten Blick nicht ersichtlich. Im Ergebnis wird der Motor aber auf dem betroffenen Zylinder weniger Leistung haben oder einen erhöhten Ölverbrauch. Da wir uns einen neuen Satz Kolbenringe ersparen wollen, darf da halt nix schief gehen. Außerdem ist so ein Werkzeug wirklich nicht teuer.

IMG_0845

Am Ende noch die Kolbenbolzen raus und alles schön säuberlich aufgereiht.

IMG_0849

Wer jetzt genau hinsieht, wird einen fehlenden Sicherungsring für den Kolbenbolzen erkennen. Trotz aller Vorsicht machte es bei der Demontage plötzlich „Ping“, und irgendwo weiter hinten in der Werkstatt klingelte es mal leise. Der Ring ist also mit viel Elan weggeschossen und ward nie wieder gesehen. 🙁

Aber Gott sei Dank bauen Audi und VW ihre Autos aus dem Baukasten. Dieser Sprengring wurde noch ein vielen, vielen anderen Motoren verbaut, so dass ich aus dem Fundus einfach ’nen Kolben aus ’nem alten Polo 1 – Motor zerlegt habe. Und siehe da – der Sprengring passt.

Schuh wird die Kolben jetzt abfräsen und bei Zeiten kann dann der Neuaufbau beginnen!

Hier geht´s weiter…

Mythos 1: Ein Käfergetriebe hält nur 200 Nm

Gerüchten zufolge hält ein Käfergetriebe nur 200Nm Drehmoment stand, danach macht es dicke Backen. Da wir, genau wie die Mythbusters, solchen Aussagen gerne auf den Grund gehen und deren Wahrheitsgrad selbst prüfen, müssen wir das anliegende Drehmoment auf über 200 bringen. Wie geht das? Natürlich mit nem neuen Motor.

Schuh hat nen Motor aufgetrieben. Audi Triebwerk. MKB 7A. Kenner werden jetzt sofort hellhörig. 2,3 Liter Hubraum, 5 Zylinder, Fächerkrümmer und ab Werk 170 Frischmacher bei 220 Nm Drehmoment. Geil!

Als Schuh den Motor holte kam die Ernüchterung: Das Ding ist fast bis auf die letzte Schraube zerlegt. Was genau treibt jemanden, ein funktionierendes Triebwerk einfach mal so zu zerlegen? Schauen was drin ist?

image3 (Andere)

image2 (Andere)

Naja – wir hab die Brocken gesichtet. Eigentlich alles da. OK, den Motor bekommen wir wieder hin. Aber halt! Wenn wir den eh von Grund auf neu aufbauen müssen, können wir es auch gleich richtig machen. Sprich: Von vorne herein auf Leistungsoptimierung setzen.

Da kommt ein Turbo drauf!

Also erstmal checken, was da für Kolben drin sind. Ölwanne ab und raus mit einem.

image7 (Andere)

image11 (Andere)

Dann haben wir uns eingelesen. Bekanntermaßen muss die Verdichtung raus, wenn ein Turbo drauf kommt. Es gibt aus dem Audi-Fundus passende Kolben, die das Bolzenauge ein paar Millimeter weiter oben sitzen haben. Leider sind diese Kolben, bzw. die Motoren, wo die Kolben drin sitzen, dünn gesäht und entsprechend teuer. Das widerspricht allerdings unserem No-Budget-Grundsatz.

Wir haben dann mal den Kolbenboden ausgemessen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass der auch 2mm dünner sein darf. Die Kolben werden also abgedreht. Dadurch verringern wir die Verdichtung auf etwa 8,5:1. Das Gute an dem Motor: Der Block verfügt bereits über eine Kolbenbodenkühlung. Es sind kleine Röhrchen eingelassen, die von unten Öl unter den Kolbenboden blasen. Wir sind uns sicher, dass das an Kühlung ausreicht. Schließlich muss der Motor später zwar Vollgas haben können – braucht aber nicht mehr wie im Serienfahrzeug über hunderte Kilometer am Stück vollgasfest sein.

Am Ende werden wir etwas zerstören, das ist sicher. Entweder den Mythos, oder eben das Getriebe. Wir werden sehen.

Hier geht´s weiter…

Langsam muss es ein Auto werden

Damit auch von außen endlich mal Fortschritt zu erkennen ist, hab ich ein wenig Kosmetik betrieben. Bedeutet: Rückleuchten rein und Stoßstangen dran. Sind nur wenige Handgriffe, lässt die Karre aber immer mehr nach dem aussehen, was es mal werden soll: ein Auto!

IMG_5334

Und jetzt, wo der Himmel drin ist, können auch endlich die Scheiben rein. Zu zweit ein Kinderspiel. Gummidichtung auf die Scheibe gedrückt, in der Nut für den Fensterrahmen ein 2.5mm² Kabel eingezogen und die Scheibe von außen auf den Rahmen gedrückt. Wenn jetzt gleichzeitig von außen feste gedrückt und von innen am Kabel gezogen wird, zieht man mit dem Kabel das Gummi um den Fensterrahmen. Natürlich muss da ordentlich Pril an das Gummi, sonst flutscht das nicht. Die Vorbereitung dauert hier länger als das Scheiben einziehen selbst. Auch wenn die Scheiben noch schmutzig sind – optisch bringt das den Wagen echt nach vorne!

IMG_5348

Wo ich schon mal bei den Scheiben war, hab ich dann auch gleiche neue Scheiben und Klötze auf die Vorderachse gepackt. Das alte Zeugs war über die Jahre komplett verrostet und unbrauchbar. Neue Bremsschläuche gabs auch gleich. Die ganzen Leitungen hatte ich vor einiger Zeit ja schon mal neu gemacht.

IMG_5349

Hinten hab ich dann auch gleich fertig gemacht. Nützt ja nix. Außer kann dann Bremsflüssigkeit drauf und entlüftet werden. Positive Überraschung, als ich den Karton mit den Ersatzteilen geöffnet habe: Die Bremse ist komplett vormontiert. Geil!

IMG_5335

Auspacken, ansetzen, drauf drücken, Federn zur Fixierung rein, ferig. So einfach hab ich schon lange keine Trommelbremse mehr repariert.

IMG_5336

In die Trommeln selbst mussten noch die Radlager rein – aber das ist ein Kinderspiel. Danach konnten die auch montiert werden.

IMG_5337

Jetzt könnten eigentlich mal die Räder dran…