Dann mal ran an den Rost

 

An irgend einer Ecke muss ich ja anfangen. Also hinten links. Die Ecke sah mir am beschissendsten aus. Achsaufnahme und Schwellerende völlig weggegammelt. Um da aber ordentlich dem Rost beizukommen, musste die Hinterachse weichen. Da die Achse aber der einzig stabile Punkt am Heck ist und dort die Arme der Hebebühne angesetzt sind, musste ich mir was einfallen lassen.

 

Ich hab zwei Stockwinden genommen und Schuh hat mir geholfen, eine Verlängerung dafür zu bauen. Zwei Stücke Bohrturmrohr abgeschnitten, Platten angeschweißt, unten gebohrt und oben verstiftet. Unten mit den Bohrungen an die Stockwinde geschraubt und oben die Stifte in die Löcher der Längsholme gesteckt zur Führung. Nicht, dass mir der Golf da runterhüpft. Die Löcher im Holm müssen da so sein, die sind nicht da reingegammelt. 😉

Astrein. Steht wie ne eins. Also Achse runter und Tank wech. Dazu mussten die Bremsleitungen getrennt werden. Und wer hätte das gedacht – sie ließen sich nicht lösen. Auch nicht, nachdem ich da mit dem Bunsenbrenner drauf war. Egal, Bremsleitungen müssen eh neu. Also mit der Flex durchtrennt. Geht auch deutlich schneller. Achse und Tank sind ab – Feierabend für heute.

Ein paar Bilder gibts wie immer unter „Full Story“.

Saisonende und Projektwechsel

Der Frühling ist da. Leider bedeutet das für uns, dass wir den Acker, auf dem wir den Winter über ballern durften, wieder hergeben müssen. Schade. Eigentlich war für das Wochenende ein Rennen geplant gegen ein paar Freaks ausm Emsland. Die hatten sich ein Quad gebaut und wollten gegen uns antreten. Leider kam es nicht dazu – die Jungs haben gekniffen. Schon wieder schade.

So haben wir noch ein oder zwei Runden für uns selbst gedreht und das Kart erstmal in die Ecke gestellt. Wir haben Pause bis zum Sommer. Sobald das Getreide weg ist können wir wieder fahren.

Bis dahin werden wir uns anderen Projekten widmen. Schuh hat seine fahrende Bierkiste, und ich nehm mir den alten Golf 1 meiner Frau vor. Das war ihr erstes Auto, und wir hatten den damals nicht auf den Schrott getan, als er den TÜV nicht mehr schaffte. Der hat jetzt etwa 10 – 12 Jahre trocken bei mir in der Scheune gestanden, und soll jetzt ein H-Kennzeichen bekommen.

 

 

Also hab ich den Golf zum Leben erweckt. Zwei Liter Sprit drauf, Batterie rein und kurz georgelt. Und was soll ich sagen, der Bock sprang tatsächlich an. So kenn ich sie, die gute, alte, unverwüstliche VW-Technik. Heute gibts so etwas nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte.

Ab nach draußen damit und erstmal ordentlich abgekärchert. Auf die Hebebühne und Bestandsaufnahme machen. Innenausstattung war gut. Aber erst mal raus mit dem ganzen Kram und sicher verstaut. Nicht, dass die Mäuse da noch bei gehen. Jetzt war der Golf nackig und ich konnte eine erste Bestandsaufnahme machen.

 

 

Sieht übel aus, der Alte. Achsaufnahmen, Schweller, Kotflügel, Heckblech, Frontschürze, alles völlig verrottet. Da hab ich mir ein hübsches Stück Arbeit aufgehalst. Egal. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Werde die Tage mal nen Schwung Bleche bestellen und an irgend einer Ecke anfangen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis ich rum bin.

Mehr Bilder von der Basis gibts unter „Full Story“.

Das Kart-Musical und die Turbotötung.

Wie gehabt, wir gehen meist einfache unkonventionelle Wege. Bei dem was Spaß macht sind wir immer ganz vorn mit dabei. So auch bei der Tatsache das Frank noch eine Fünf-Klang-Kompressor-Fanfare auf Lager hatte und diese nun am Kart wohl ihren Platz findet. Gesagt getan, einen Belchstreifen zurecht geschnitten, Löcher gebohrt und schon konnten die Tröten der Reihe nach angebracht werden. Den Kompressor hinten dran und das ganze zwischen Fahrersitz und Motor geschweißt, da ist´s noch halbwegs geschützt untergebracht und man kann es am besten hören, fast am Ohr der Fahrers ist das ja nicht schwer. Das Bild verrät es ja auch schon, die Fanfare spielt La Cucaracha, und das nicht zu leise, das ist sicher.

Da wir nicht nur musikalische Wege gehen wollten an diesem Tag und ja noch eine Anfrage zu einem Rennen gegen ein paar Jungs die ein Quad mit Motorradmotor gebaut vorlag, kümmerten wir uns noch um das Wohlbefinden des Turboladers und Motors. Damit wir nicht wieder das Druckrohr absprengen sollten nun ein paar stärkere Schellen das ganze zusammenhalten. Der Kühler den wir verbaut hatten leckte leider nicht gerade unerheblich, dieser flog also direkt mal wieder raus, die Ölleitung haben wir einfach mit einem weiteren Schlauch gebrückt und schon konnte es für eine abschließende Testrunde vor dem großen Rennen auf den Acker gehen. Gerade angekommen stellten wir auch gleich schon fest das die Ölleitung leck war und so ging es ohne weiteren Test zurück in die Werkstatt. Den lecken Anschluß auch geflickt und was nun. Eine riesen Sauerei, der Motor spuckt Öl im hohen Bogen, nur woher dieses, Kolbenringe? Turbolader? oder noch eine andere Ursache? Das mechanische mühlen und klappern beim letzten Turbofahren und der steigende Ölverbrauch kündigen leider davon das der Turbo auf gibt. Und dem ist leider auch so, nach einer weiteren Testfahrt offenbahrte sich das Unheil. Der Turbo ist platt, die Welle hat ein kleines Spiel im Gleitlager, da geht uns das ganze Öl flötten. Die Video´s zeigen die Fanafare die Hinrichtung und den Defekt sehr anschaulich, alle Bilder wie gehabt unter Full story…

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Andere Projekte der Funschrauber.

Da wir nicht nur am Kart basteln gibt´s hier demnächst auch öfter über ein paar ander Auswüchse unseres Schrauberdasein´s zu lesen. Fank hat ja nun angefangen Moni´s Einser Golf auf den Zahn, in dem Falle sehr viel Rost, zu fühlen und ich bin letztes Jahr schon angefangen eine fahrende Bierkiste zu bauen. Aber dazu in den jeweiligen Beiträgen mehr, ich möchte hier nicht zu weit vorgreifen. So long…

Schaltblitz

Die besten Ideen kommen uns immer wieder beim rumblödeln. Manchmal habe wir so Augenblicke, da lassen wir der Fantasie freien Lauf. Wenn wir den geistigen Dünnschiss dann auf den Kern reduzieren kommt plötzlich was Machbares dabei heraus. So auch die Idee zum Schaltblitz. Conrad hatte mal so einen Bausatz dazu im Programm. Gesucht – aber nix gefunden. Wurde irgendwann gestrichen. Auch andere Elektronik-Versandhäuser hatten nix. Also ein wenig in der Bucht gesurft und tatsächlich fündig geworden.

 

 

Feines Ding. Ausgänge für zwei LEDs und Drehzahl frei einstellbar über nen Poti. Leider keine Unterlagen wie Schaltplan oder Bestückungsplan dabei. Also hab ich das Ding provisorisch ans Kart gehängt und gemessen. Interressanterweise läuft die komplette Elektronik mit 12V. Allerdings gehen die Ausgänge für die LEDs direkt auf den IC, sind also nicht verstärkt. Wenn da mehr dran soll als ne LED muss der Ausgang verstärkt werden, sonst raucht uns der IC ab. Das Weichei kann nur 20mA ab, und unsere Hochleistungs-LEDs ziehen deutlich mehr. Also hab kurzerhand ne Handskizze gemacht und die passenden Bauteile aus meinem Fundus geholt oder eben bei Conrad bestellt.

 

Wer jetzt im Kopf schnell mitrechnet erkennt, dass 200 Ohm viel zu wenig sind, bzw. der Strom zu hoch sein wird. Keine Angst, auf der Platine ist vor dem IC bereits ein 470 Ohm Widerstand gelötet. Zusammen macht das 670 Ohm, und damit fließt ein Strom von 18mA. Der IC ist safe. Flink ne alte Lochrasterplatine passend geschnitten und die Bauteile aufgelötet. Fertig ist der Verstärker.

Den Kram haben wir dann mal provisorisch zusammengeklemmt und ins Kart gehängt. Zwischenzeitlich hat gevatter Schuh sich um den Ölkühler gekümmert. Ich hatte noch einen alten im Fundus und der sollte ans Kart dran. Schließlich mussten wir die Thermoprobleme in den Griff bekommen. U-Eisen auf Länge geschnitten, gebohrt und ans Kart gebraten. Passte haargenau für die Befestigungsbohrungen des Kühlers. Anschlüsse Adaptiert und dran das Ding.

Dann der erste Probelauf mit Kühler und Schaltblitz. Ergibnis: der Kühler kühlt wie sau. Kochend heißes Öl vorne rein, handwarm hinten raus. Sauber! OK, die LEDs leuchten noch in der falschen Reihenfolge, müssen noch umgeklemmt werden. Aber Funktion ist da. Und das ist alles, was zählt.

[video:youtube:aiSP6t5R1yw]

Alle Bilder wie immer unter „Full Story“.