Keine Tür zu kriegen…

Ich hab ne Weile bei eBay geschaut und versucht, ne Golf 1 Tür zu bekommen. Günstig geht da nix mehr – ab 100 Euro aufwärts und dann an nur an selbstabholer. Und meistens steht ein verlockendes Angebot dann in Furzmoos im Allgäu oder sonstwo am Arsch der Welt – also ohne Weltreise nix zu machen.

Und die Qualität der Türen bewegt sich dann auch im Grenzbereich – sind halt auch meist 30 Jahre alt, die Dinger.

Also hab ich meine Tür entrostet und geschweißt. Zum einen auf der Oberseite, wo der Trennsteg des Dreiecksfensters in die Tür läuft und verschraubt wird. Dort sind die beiden Türbleche, also Innenblech und Außenblech mit einem Steg verbunden. Dieser Steg war gebroch und daraus reultierend auch das Innenblatt.

 

 

Sauber verschweißt und fertig.

Der untere Bereich war etwas komplizierter. Aber ich kam gut mit Flex und Drahtbürste ran und hab den Rost ordentlich rausgeschliffen. Dann hab ich ein Blech abgewinkelt und eingschweißt.

 

 

Sieht schon ganz gut aus. Noch eben an den schlecht zugänglichen Stellen fertig geschweißt und ordentlich Rostschutzfarbe drauf.

Fertig.

Raus mit den Türen

Da das Auto wieder auf eigenen Rädern steht, hatte ich endlich die Gelegenheit, die Türen auszubauen. Das ging bisher nicht, da mir die Arme der Hebebühne im Weg waren.

 

Gott sei Dank ist der Golf 1 ein einfach gestricktes Auto – also keine Strippen, die in die Tür gehen. Nur ein Fangband und zwei Schrauben. So mein Gedanke. Nur leider habe ich nicht mit der Kreativität der VW-Ingenieure gerechnet. Die haben doch glatt die eine Befestigungsschraube auf die selbe Höhe wie das Fangband platziert. Deppen! Ich kam also nur an die Schrauben ran, in dem ich die Lasche des Fanghakens verbogen hab. Tolle Wurst.

 

Nach ein wenig rumbiegen und fummeln waren die Türen dann draußen und hab sie zerlegt. Leider hab ich davon keine Fotos. Aber als ich die Türdichtungen rausgeworfen hab, dachte ich, mich trifft der Schlag. Völlig durchgegammelt. Verdammt!

 

Mal sehen, wie das noch mache. Ich schau mal, ob man noch für kleines Geld irgendwo ne Tür bekommen kann…

Er steht wieder auf eigenen Rädern!

Die Federteller waren ja durch. Neue unbezahlbar. Die Lösung des Problems war die ganze Zeit vor meiner Nase: Der Schlachter! Der gehört aber meinem Arbeitskollegen. Den hab ich angehauen, ob er die Teller braucht. Seine Aussage: Die sind mit Sicherheit auch hin. Wenn du die willst, kannst du sie haben. Ich besorg mir bei Bedarf dann eh mal neue.

OK, also nachschauen, ob die was taugen. Ich habs mir einfach gemacht. Ich hab die Federteller ausgebaut ohne die Federbeine auszubauen. Wie das geht? Ganz einfach. Rattermax an den Start und von oben die Muttern der Domlager entfernt. Oberes Domlagerteil abnehmen und die Muttern der Federteller gelöst. Jetzt den Golf aufbocken und zuschauen, wie die Federbeine aus den Domen abtauchen und die Federn sich langsam entspannen. Dann von der Seite reingreifen und die Federteller entnehmen. Die Alten Federteller wieder draufgelegt und den Wagen ablassen. Muttern drauf und ordentlich mit dem Rattermax zusammenballern. Juckt ja keinen beim Schlachter. Fertig. Dauer der Aktion: 15 Minuten.

Und die Federteller des Schlachters? Top Zustand. Kaum Rost. Geil!

Die hab ich trotzdem entrostet, grundiert und lackiert. Sicher ist sicher.

Andere Feder aus dem Fundus gefischt, Federbeine zusammengebaut und rein damit ins Auto.

Dann die Räder dran und runter von der Bühne.

Geil! Sieht fast schon wieder aus wie ein Auto. 😉

Dem Golf Beine machen!

Damit der Golf wieder auf seinen Rädern stehen kann müssen noch die Federbeine rein. Erster augenscheinlicher Mangel: Die Feder ist hin.

Also das Federbein zerlegt. Musste ich eh – ich wollte wissen, wie gut der Dämpfer noch ist. Dann der nächste Rückschlag: Der Federteller ist völlig verrostet und stellenweise durch.

Im Fundus geschaut: Keins drin. Mist. Beim Teilehändler angerufen: Nicht mehr verfügbar. Bei VW angerufen: Die wollen doch glatt knapp 25 Euro plus Märchsteuer haben. Die spinnen doch. Also mal sehen, wo ich noch solche Teller herbekomme.

Die Federbeine hab ich dann beide noch zerlegt und die Dämpfer gecheckt. Die sind damals erst kurz vor Abmelden noch mal neu gekommen, die Monroe-Aufkleber sind sogar noch drauf. Geprüft und für gut befunden. Keinerlei Luft, und die Kolbestangen fahren noch selbstständig und zügig aus. Wenigstens etwas.

 

Da noch etwas Zeit übrig war hab noch ein wenig die Farbe von den Auflageflächen der Bremsschilder und der Radnabe entfernt und angefangen, die Hinterachse wieder zu komplettieren.

Feierabend!

Der Achse gehts ans Leder

Langsam aber sicher kann ich damit anfangen, der Golf wieder ein wenig mehr nach Auto aussehen zu lassen. Und dazu gehört natürlich primär, den Hobel wieder auf seine Räder zu stellen. Also die Hinterachse rausgekramt und begutachtet.

Und wer hätte das gedacht: Die Achse ist total verrostet. Juhu – endlich wieder entrosten. Wurd auch mal wieder Zeit… *grummel*

Aber nützt ja nix. Erstmal hab ich die Achse zerlegt. Einzelteile lassen sich deutlich besser entrosten und lackieren als eine ganze Einheit. Bremstrommeln runter, Bremse rausgeworfen, Bremsschilder ab und die Radnaben demontiert.

Dann den Dampfstrahler angeworfen und erst mal den ganzen ollen Dreck der letzten 30 Jahre von der Achse geblasen.

Hinterachslager gecheckt: Sehen noch gut aus. Wundert mich zwar, aber das Ergebnis der Sichtprüfung ist eindeutig. Gummies sind frei von Rissen und quellen auch nicht an den Seiten heraus. Also bleiben die erstmal drin. Wenn die tatsächlich Grütze sein sollten kann ich die später immer noch tauschen.

Als die Achse und die Bremsschilder trocken waren hab ich sie noch kurz mit dem Sandstrahler bearbeitet und dann mit Rostschutzfarbe eingejaucht. Viel hilft viel – immer ordentlich drauf den Rotz.

Während die Achse so vor sich her trocknet habe ich die Zeit genutzt, um den Unterboden vom Golf startklar zu machen. Versiegelt und rostgeschützt war es ja schon. Ich hab den Bereich, der in Kürze von Tank und Hinterachse verdeckt wird, mit ordentlich Unterbodenschutz eingesprüht. Soll ja schließlich ein paar Jahre halten.

 

Als die Achse soweit getrocknet war musste ich sie dringend reinholen. Es fing an zu regnen. Mist. Schwarze Farbe sollte aber nach Möglichkeit noch drauf – sonst wirft mich das nochmal nen Tag zurück. Also habe ich die Achse und die Schilder mit ein paar Kabelbindern und Kabelresten einfach unter den Golf geknotet. Vorhänge zu und ab die Post. Schwarze Farbe verdünnt und mit der Druckbecherpistole aufgetragen. Das kann da jetzt erst einmal ein paar Tage hängen bleiben und trocknen.

Ich hab noch schnell den Tank aus der Versenkung geholt und von innen auf Rost geprüft. Keiner drin. Sauber. Also den Tank von außen auch vom Rost befreit, grundiert und lackiert – zumindest die verrosteten Stellen.

Feierabend – die Farbe und der Unterbodenschutz brauchen jetzt Ruhe und Zeit zum trocknen.