Ein Meer aus Punkten

Die Schweller sind heute dran. Außenschweller sind ja schon dran, Innenschweller sehen immer noch Scheiße aus. Ich hab die Flex kreisen lassen und alles, was rostig war, rausgeschnitten.

 

 

Die so entstandenen klaffenden Löcher müssen aber irgendwie wieder gefüllt werden. Um Stabilität in den Schweller zu bekommen, habe ich einen Streifen 2mm starkes Stahlblech zugeschnitten und senkrecht eingeschweißt. Oben habe ich die Versteifungsfalze des Originalschwellers eingeschnitten, und das neue Blech dort eingefädelt. Unten bildet das Blech zusammen mit dem neuen Außenschweller die Wagenheberkante. Das Blech habe ich gelocht und dann mit dem Außenschweller verpunktet. Auch innen wurde ohne Ende punktgeschweißt.

Anschließend habe ich einen neuen Streifen 2mm Stahlblech zugeschnitten, und den von unten an das Bodenblech geschweißt. Auch da wurde ordentlich gepunktet. Für die Punkte der Stoßfuge der beiden 2mm Bleche konnte ich sogar den Schweißapparat mal ein bisschen aufdrehen. Soll ja schließlich auch halten. Und wenns nachher stabiler als im original ist, isses auch nicht schlimm. 🙂

 

 

Anschließend wurde wieder der Pinsel geschwungen. Rostschützen war angesagt. Ich hatte neue Farbe und Pinsel besorgt, und hab wieder großzügig mit dem Zeug rumgesaut. Schließlich soll der nicht so schnell wieder rosten.

 

Das Auto glich von unten einer Tropfsteinhöhle. So soll das sein.

 

 

 

Auch die restlichen Stellen, die ich beim letzten mal mangels Farbe nicht einjauchen konnte, waren jetzt dran. Insgesamt ging schon wieder fast die ganze Dose Rostschutzfarbe durch. Aber egal. Soll ja gut werden.

Mehr Bilder wie immer unter „Full Story“.

Der Schlachter.

Ihr habt sicher schon mitbekommen, dass der Golf hier und da nicht astrein ist, was das Blech angeht. Und leider bekommt man nicht mehr alles einfach so bei VW zu kaufen. Schließlich ist die Kiste schon 30 Jahre alt, und der Golf 1 wurde, mal abgesehen von Südafrika, seit 1983 nicht mehr gebaut.

Da hat es mich gefreut, dass mir mein Arbeitskollege eine Golf 1 Karosse angeboten hat. Er selbst hat 2 Gölfe, und will aus zwei einen machen. Den schlechteren der beiden hat er geschlachtet und die Reste hab ich zu mir geholt. Der Golf ist zwar auch in einem jämmerlichen Zustand, aber er ist an bestimmten Stellen noch in Ordnung.

So zum Beispiel an der Reserveradmulde. Die hab ich einfach mit der großen Flex komplett rausgetrennt. Da schneid ich mir noch das passenden Stück raus, ich wollte erstmal möglichst viel Blech sichern, bevor der Wagen ganz auf den Schrott geht. Außerdem habe ich das rechte Außenblech großflächig abgetrennt.

 

 

Das darunterliegende Innenradhaus ist auch noch in Ordnung. Das werde ich auch in meinen Golf einschweißen. Noch das eine oder andere kleine Blech rausgetrennt, und die Beute in Sicherheit gebracht.

 

 

Ich mach mich die Tage mal dran, den Krempel in meinen Golf zu schweißen. Aber erstmal sind die Schweller dran. Bis dahin!

Zwei-Fronten-Krieg

Zuerst war mal die rechte Achsaufnahme dran. Sah ja scheußlich aus, das Teil. Um auch an die innenliegenden Roststellen ran zu kommen, habe ich den Schweller aufgeschnitten. Da der eh längs der Wagenheberkante durchgerostet war machte ich Nägel mit Köpfen und trennte alles raus, was nach Rost aussah. Im vorderen Bereich des Schwellers war der Arm der Hebebühne im Weg. Ich hab mir fix vom Nachbarn einen Bock geschnorrt und den Golf mit seinem Vorderwagen darauf abgestellt. Ist stabiler, als es aussieht. Aber ich kam jetzt überall ran. Der Rost ist jetzt zwar weg, schöner aussehen tuts aber trotzdem noch nicht.

 

 

Auch im Schweller ein Bild des Grauens. Ich konnte vom Schweller aus durch den kompletten Holm (und somit auch durch die Achsaufnahme) durchschauen. Großes Kino. Also entrostet und das erste Blech eingeschweißt.

 

 

Danach habe ich ein 3mm starkes, 90° abgewinkeltes Blech, das ich aus der Firma mitgebracht habe, von innen in die Aufnahme geschweißt. Das Außenblech habe ich dann entsprechend gelocht und nach dem Aufschweißen durch die Löcher mit dem Winkel Punktverschweißt. Irgendwie muss da ja wieder stabilität rein. Vermutlich ist es jetzt wieder stabiler als im original – so wie auf der anderen Seite.

 

 

Danach war der Schweller links dran. Auch da habe ich großflächig rausgeschnitten. Den neuen Schweller habe ich entsprechend zugeschnitten, abgesetzt und eingeschweißt. Abgeschliffen und dann Farbe an den Start. Ich hab den Pinsel ordentlich in die Farbe gehalten und alle Stellen so richtig damit zugejaucht. So sehr, dass sie Farbe, die ich innen an die Nähte gestrichen habe, außen wieder rauskam. So soll es sein – die Farbe ist jetzt schööön in die ganzen Zwischenräume gezogen. Das rostet so schnell nicht wieder.

 

 

 

 

Leider war die Farbe viel zu früh alle. Ich konnte nicht alles mehr lackieren, aber das Meiste hab ich. Feierabend für Heute. Bilder von der Tropfsteinhöhle gibts wie immer unter „Full Story“.

Rechtsschwenk, Marsch!

Leider war ich in den letzten Tagen etwas kniepig, was das Fotos machen anbelangt. Aber ich war durchaus fleißig. Die Achsaufnahme links ist wieder anmodelliert. Die verrosteten Stellen hatte ich ja schon herausgetrennt und mit Rostschutz beabeitet. Aufgeschweißt habe ich das alles mit 2mm dickem Stahlblech. DAS rostet so schnell nicht wieder durch. Außerdem gibt es mir die nötige Stabilität. Kann ja nicht schaden, wenn es etwas stabiler ist als im Original.

 

 

Dann habe ich mich der rechten Seite gewidmet. Same procedure as last time. Reparaturradlauf drangehalten, angezeichnet, ausgesägt. Schweller unten ausgesägt und die Achsaufnahme entrostet.

 

 

Großes Kino – ich konnte durch die komplette Aufnahme durchgucken. Nachdem ich den Rostherd herausgeschnitten hatte konnte ich sehen, dass die Verstärkung der Achsaufnahme auch weggegammelt ist. Meine Herren – ich frage mich, wieso die Achse überhaupt noch gehalten hat. Vermutlich nur noch aus Gewohnheit.

 

 

Das traurige Bild setzt sich übrigens hinten am Heckblech fort. Dort hat der Gammel sich auch ein schönes Nest gebaut und es sich gut gehen lassen. Was hab ich mir da nur eingebrockt?

 

 

…to be continued.

Radlauf links

Wieder gehts dem rostigen Satan ans Leder. Der linke Radlauf war mehr als verrottet. Der wurde im Prinzip nur noch durch die Spachtelmasse einer alten, unfachmännischen Reparatur zusammengehalten. Ich hab den neuen Radlauf drangehalten, und dann mit einem Edding die Kontur angezeichnet. Anschließend einen Rand von etwa 2cm stehen lassen und dann die Flex kreisen lassen.

 

 

Von einem Arbeitskollegen habe ich eine pneumatische Absetzzange geliehen bekommen. Mit dieser Zange kann man 1mm-Bleche um einen Millimeter absetzen. Das Ergebnis sind nachher sich überlappende Bleche, die ordentlich verschweißt werden können. Die Oberflächen der beiden Bleche sind dann auf einer Ebene und müssen nicht großartig angespachtelt werden.

 

 

Jetzt zur Glaubensfrage: Verzinnen oder Spachteln? Ich habe mich in das Thema eingelesen, und bin zu dem Ergebnis gekommen, nur zu spachteln. Moderne Spachtel stehen dem Zinn kaum in etwas nach, und ordentlich verzinnen ist ne Kunst für sich. Da ich den Wagen anschließend nicht wieder verkaufen werden, sondern selber fahre, kann ich damit leben, hier und da eine erhöhte Lackstärke, bzw. erhöhte Deckschicht zu haben. Klar, Spachtelmasse ist auch nicht ganz einfach handzuhaben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Spachtelmasse Wasser zieht wie ein Schwamm. Da muss ich gewissenhafte Vorarbeit leisten. Aber dennoch überwiegen für meinen speziellen Fall die Vorteile des Spachtelns.

Den neuen Radlauf habe ich mit der Absetzzange bearbeitet und anschließend alle bearbeiteten Flächen von irgendwelchen Graten befreit. Dann schön reingehalten und mit zwei Schweißpunkten fixiert. Noch einmal alles kontrolliert, für gut befunden, und dann das Ding ordentlich verschweißt.

 

 

Schnell noch die kleinen Löcher im Radhaus zugeschweißt und dann alles ordentlich mit Rostschutzfarbe ertränkt. Erst innen, und dann das, was durch die Fugen nach außen durchgelaufen ist, außen verteilt. 1a. Die Rostvorsorge ist jetzt schon besser als damals, als der Golf das Werk verlassen hat.

 

 

Mehr Bilder wie immer unter „Full Story“.