Ich dachte, hinten wär ich durch…

 

…aber ihr wisst ja. Meistens kommt es anders, als man denkt. So hatte ich das letzte Rostloch auf der rechten hinteren Seite in Angriff genommen und einen schönen Flicken drauf gesetzt.

 

Und als ich da schnell noch mit der Flex drüber wollte, Schweißperlen wegflexen, sah ich, wie die Versiegelungsnaht des Federdoms etwas hoch kroch. Nicht so wild, Flex mit Drahtbürste an den Start und blank gemacht die Stelle. Sah dann so aus:

Egal. Auf den einen Flicken mehr oder weniger kommts jetzt auch nicht drauf an. Blech zugeschnitten, eingeschweißt und dann mit Rostschutzfarbe behandelt. Und da jetzt wirklich alle Stellen entlang der hinteren Holme und Schweller repariert waren, konnte ich endlich die Holme mit Farbe volljauchen.

Ich hab mir nen Liter Rostschutzfarbe und nen Liter Verdünner gekauft. Dann hab ich in einem leeren Behälter eine richtig dünnflüssige Mischung von beidem gemacht. Anschließend hab ich meine Unterbodenschutzpistole genommen und Ansaugseite sowie Ausblasseite mit ein wenig Schlauch verlängert. Und damit hab ich dann das Zeug in rauen Mengen in die Holme geblasen. Einen ganzen Liter Farbe in beide Schweller und die hinteren Holme.

Vielleicht hätte ich doch etwas Pappe auslegen sollen – die auslaufende Brühe hat ganz schöne Seen auf dem Betonboden gebildet. Aber egal. Wichtig ist, dass das überschüssige Zeugs durch die ganzen Ritzen und Falze nach unten durchgelaufen ist. Damit ist sichergestellt, dass auch wirklich überall Farbe ist. Ich hab keinen Bock, mir im Vorfeld neue Rostnester zu bauen. Nach der ganzen Jaucherei war dann auch Feierabend. Die Luft in der Werkstatt war zum Atmen nicht mehr geeignet – außer ich wollte meine Lungen gegen Rost schützen…

Wie alles begann

Natürlich sind an allem die Weiber schuld. Die haben genörgelt, wir sollten doch nicht so viel Zeit vor dem PC verbringen, und diese lieber sinnvoll nutzen. Also haben wir die Zeit erstmal sinnvoll mit Bier trinken verbracht. Dabei kam Stefan und mir die Idee, mal was völlig abgedrehtes für den Acker zu bauen. Ohne größere Ansprüche an irgend etwas, lediglich der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Also bauten wir drauf los. Wir hatten keinen Plan, dafür aber Vierkantrohre, ´nen alten Polo zum schlachten und ein wenig berufliche Fachkenntnis und Hintergrund Wissen.

Mit den Vierkantrohren haben wir die groben äußeren Abmaße des Hobels ausgelegt und zusammengebraten. Sitz vom Polo drauf, Vorderachse vom Golf drunter und den Motor hinten quer drauf.

Herausgekommen ist dabei ein ungefedertes, nichts wiegendes und gierig schreiendes „Kart“, mit dem man sich durchaus auf dem Acker sehen lassen konnte. Das Teil war dermaßen Laut (Auspuff haben aus Gewichtsgründen gar nicht erst verbaut), dass wir regelmäßig Zuschauer hatten. Ist schon beeindruckend, wie hoch man so einen Polomotor dauerhaft drehen kann. Außerdem hat es so tierischen Spaß gemacht, dass wir immer mal wieder Freunde und Kollegen zum Ballern eingeladen haben. Einer dieser verrückten hat ne Kamera (was damals echt nicht jeder hatte) mitgebracht, und das einzige existierende Video davon gedreht. Schauts euch an!

Und damit waren wir mehr als angefixt. Aber nichts hält ewig. Nachdem wir ein paar Jahre lang damit den fruchtbaren Boden malträtiert haben, war das Ding so dermaßen verschlissen, dass wir mehr geschraubt haben als gefahren sind. Irgendwann hab ich das Kart mitten durch geflext und dem Schrotti auf den Wagen geworfen.

Aber eins war klar: ein neues Kart muss her. Dieses mal ein bisschen professioneller und vielleicht auch haltbarer. Und ne Federung muss rein – die alten Knochen machen das gespringe nicht mehr mit. Das aufm Acker mein ich. 😉

Mehr davon..?