Der Motor muss endlich mal dran

Nachdem die Kupplung fertig war ging es daran, den Motor endlich mal an seinen endgültigen Bestimmungort zu bringen. Die provisorische Kunststoff-Adapterplatte war dabei Gold wert. Nicht nur, dass sie sich mit der Stichsäge bearbeiten lies, man konnte sie auch 1a von Hand bohren und „körnern“. Das Körnern sah dann folgendermaßen aus: Wir haben in die Kurbelwelle des Golf-Motors das Pilotlager eingesetzt, damit die Getriebeeingangswelle sauber geführt ist. Dann haben wir die Kunststoff-Adapterplatte an das Getriebe geschraubt (das Lochbild ist sehr simpel, und wurde im Vorfeld eingebracht). Jetzt haben wir die Kupplung an den Motor geschraubt und das Ganze an das Getriebe gehalten. In die Schraubenlöcher des Motors haben wir Schrauben gesteckt und kurz mit dem Hammer draufgeschlagen. Damit haben sich die Schrauben im Kunststoff abgezeichnet.

Präziser und einfacher kann man das Lochbild nicht ermitteln. Also die Löcher mit der Bohrmaschine gebohrt und den Motor kurzerhand mit der Kunststoff-Adapterplatte an das Getriebe geschraubt und geschaut, ob unser Plan ein guter war. Es war ein guter. Ein provisorischer Einbau des Anlassers zeigte, dass der Motor die korrekte Position hat, und auch die Schwungscheibe perfekt ausgearbeitet war. Wir haben den Motor dann wieder abgebaut, und der $chuH hat die Kunststoff-Platte mit zur Firma genommen. Die neuen Lochkreise in die Zeichnung übertragen und dann das Ding aus Stahl gefertigt. War unterm Strich etwas aufwändiger, als eine feritge Adaption zu kaufen. Dafür aber deutlich billiger. Denn was sollen wir mit so überflüssigem Kram wie ner ABE…

Fotos wie immer unter „Full Story“

Kupplungsproblem

Motor adaptieren ist die eine Sache, das Zuammenspiel der Teile eine andere. Der Golf Motor soll ja an das Käfer Getriebe. Doch wie soll die Kupplung aussehen? Soll es eine komplette Golf-Kupplung sein, und die Betätigung (Ausrücklager und co.) vom Käfer? Und wohin dann mit dem Anlasser, wenn der Zahnkranz der Schwungscheibe eine andere Position hat, als die eines Käfers? Oder doch lieber eine Käferkupplung/Schwungscheibe so ändern, dass sie an den Golf-Motor passt? Sicher aufwändiger, aber wir haben uns für letzteres entschieden.

Dafür hat der $chuH wieder mal seine Mess,-, Zeichen.- und Fräskünste walten lassen. Er hat die Originalschwungscheiben mitgenommen, den Lochkreis aufwändig auf einer CNC-Fräse ausgemessen. Die VW-Ingenieure haben es tatsächlich geschafft eine ungleiche Lochaufteilung einzubringen, Lochkreisdurchmesser passte, aber die Lochabstände zueinander hatten unterschiedliche Gradaufteilungen. Zudem waren die Schwungscheiben unterschiedlich in ihrer Höhe. Also war Abfräsen angesagt, Problem was dabei entstand ist das nicht genug Material stehen blieb um unsere Löcher unterzubringen. Lösung für das ganze war ein Einsatz, also ein kleiner Extra Stahlring der in die Käferschwungscheibe eingebracht wurde, dieser wurde vierfach verstiftet und Achtfach verschraubt. Das ganze soll ja schliesslich halten. Die fertige Schwungscheibe könnt ihr auf den Bildern gut erkennen, ebenso der Einsatz und die Verstiftung / Verschraubung.

Bauteilbeschaffung.

Da wir ja nicht einfach alles aneinander schweissen, kleben oder schrauben können benötigten wir hier und da natürlich ein paar Bauteile. In welcher Reihenfolge die beschafft wurden oder gebaut wurden kann ich gar nicht mehr genau aufzählen. Sicher ist aber das wir, auch um Kosten zu sparen und ganz klar des Spaßes halber, das meiste versucht haben selbst zu bauen oder günstig zu beschaffen. Hier ein paar Aufnahmen von einigen dieser Teile, wir haben nicht von allen Details Foto´s gemacht. Wenn Fragen irgendwozu offen sind dann meldet euch bei uns, wir schauen was wir für euch tun können.

Hier aufgezählt sollte natürlich auch der Spender unseres Motors sein (ein 1,6 Liter Golf 2 Motor, MKB PN), soweit ich noch weiß ein Arbeitskollege von Frank. 😉 Unsere Reifen kommen aus dem Ralleysport, unsere Kupplungsscheibe ist eine verstärkte Ausführung wie auf dem Beispielbild, natürlich auch aus dem Ralleysport. Das Original haben wir gar nicht fotografiert. Die Stahlrohre für den Käfig kommen allesamt vom Hof vor der Schrauberhalle, lag halt so rum das gammelige Zeugs. Unsere Adapterplatte ist Marke Eigenbau, wozu kann man in der Firma die Fräsmaschinen auch ab und an für Privat nutzen!? Die Maße haben wir vom vorhandenen Getriebe und Motor abgenommen und danach hab ich erst mal ein Testmuster aus Kunststoff gefertigt. Ging schnell und kostengünstig, lässt sich zur Not auch eben mit der Stichsäge nachbearbeiten bis es passt, gelle!?

Es grüßt der $chuH

Auf Auf, schließlich wollen wir ja was schaffen…

Der Käfer ist Geschichte, es ist an der Zeit ein Kart zu bauen, also packen wir´s an. Zuerst mal Maß genommen wie groß die Adapterplatte werden soll, diese wird zwischen den Schraubaktionen bei mir in der Firma entstehen, davon gibt´s keine Bilder, von der fertigen Platte haben wir selbstredend welche. Natürlich wurde auch weiter an unserer Bodenplatte gearbeitet. Die Beifahrersitzkonsole durfte gehen, was soll der Geiz, einfach mal flexen was das Zeug hält, an dem entstandenen Platz stand später auch immer die gute Schweisserbrause. Lenker und Bremsflüssigkeitsbehälter sind provisorisch fixiert, dafür haben wir im weiteren Bauverlauf noch gute Halterungen entworfen. Für die Sicherheit muss gesorgt sein, also mal fix ein Rohr also Stoßfänger vorn angebraten. Alles Anfang ist schwer, muss aber auch erst mal gemacht sein. In welchem Zusammenhang das Titelbild dieses Eintrags entstanden ist kann  ich nicht mal mehr sagen, vielleicht weiß Frank ja was ihn dazu bewegt hat. 😉 Ich glaub von den „Probefahrten“ konnten wir aber nicht genug bekommen, die haben auch so wieder Spaß gemacht. ^^

 

So long…

Mach dich nackig. Käfer-Strip, Freilegen der Basis.

Um mal ins Detail zu gehen, der Käfer den wir ersteigert haben war ja zum Teil schon auseinander genommen, ohne Motor und mit vielen Fehlteilen für ein Resto oder ähnliches, also genau das was wir gesucht haben. Eine schöne Basis zum angenehmen Kurs. Der Zustand des Blechkleides war stellenweise sehr mäßig, uns aber auch mächtig egal, wir sind mit geballter Kraft zur Tat geschritten und haben alles was wir nicht brauchten und auch nicht zu retten war ohne Rücksicht entfernt. Einige Teile sind noch in den Fundus eines Käferliebhabers gewandert, wir hatten ja andere Pläne. 😉 So konnten wir hier und da auch beherzt zur großen Flex greifen und mal eben weg schneiden was nicht los wollte. Man kann es auf den Bildern schön erkennen.

Was danach folgte war schnell erledigt, die Scheiben waren ja schon raus, also einfach mit dem Trecker das Häuschen abgehoben und Beiseite gestellt. Wer genau hin schaut entdeckt noch zwei weitere Käferkarrossen auf den Bilder vom „Autofriedhof“, sind aber nicht bestandteil dieser Geschichte, wir haben nur einen Käfer geopfert. Da war sie nun also unsere Basis, ist spät geworden, die Dämmerung setzte schon ein, aber ne Proberunde auf´m Hof durfte nicht fehlen. Machte auch ohne Motor spaß, kräftige Leute die schoben aber vorrausgesetzt. 😛

 

Alle Bilder unter „Full Story“ wie gehabt… Viel Spaß damit.