Mal eben den Käfer holen

Der Käfer war gekauft, und musste „nur noch eben“ aus Eschweiler abgeholt werden. Also haben wir uns nen Anhänger geliehen und und uns auf nem Sonntag auf den Weg dahin gemacht. Zu dritt. Sicher ist sicher. Und wie goldrichtig die Entscheidung war, da zu dritt aufzuschlagen, sahen wir, als der Besitzer die Tür zum Hof öffnete. Nicht nur, dass die Straße gefühlte 20% Steigung hatte, der Innenhof lag zudem noch tiefer als die Straße.

Wer da jetzt nen Käfer vermutet hat, ist schief gewickelt. Da standen erstmal ein paar andere Autos. Natürlich mit leerer Batterie, und auch so beschissen da hingestellt, dass man nicht mit nem Überbrückunskabel da ran kam. Ladegerät war natürlich auch keins vorhanden. Also haben wir erstmal geholfen, die Karren beiseite zu stellen. Was für ein Akt.

Unser Käfer stand dann ganz hinten in der Scheune, die noch mal wieder tiefer lag als der Innenhof. Die Bilder dazu findet ihr unter „full Story“. Davor standen diverse andere Bastelprojekte, die wir natürlich auch erstmal beiseite Räumen mussten. Und dann waren wir am Käfer. Natürlich hatte der keine Luft auf den Reifen. Wär ja auch zu einfach gewesen. Und der Boden war zu uneben, als das man mit nem Rangierwagenhaber da irgenwas bewegen könnte. Also Manpower. Gut, dass wir zu dritt da waren.

Den Käfer auf den Hänger schieben war ein echter Kraftakt. Aber als der fest auf den Hänger geknotet war konnten wir endlich zurück. Als wir den Käfer endlich bei uns in der Scheune stehen hatten war es schon dunkel. Aber alles in allem war es ein netter Sonntag.

Die Idee…

Wie Frank schon erwähnte hat es das alte Kart irgendwann nicht mehr mitgemacht und das zeitliche gesegnet. Wie es so bei Männern üblich ist, haben wir beim Bier  in unserer Stammtischrunde darüber gefachsimpelt wie wir ein neues Kart auf die Beine stellen können und sind recht schnell bei dem Entschluss gelandet doch einen Käfer kaufen zu können. Der läßt sich recht einfach „entkleiden“ und wir haben eine fahrfähige Basis mit allem dran was wichtig für uns ist. Also eine Bodengruppe mit Lenkung, Federung, Getriebe und Schaltung. Gesagt, getan und bei ebay für 220 Taler einen Käfer geschossen der dann so aus sah.

Wie alles begann

Natürlich sind an allem die Weiber schuld. Die haben genörgelt, wir sollten doch nicht so viel Zeit vor dem PC verbringen, und diese lieber sinnvoll nutzen. Also haben wir die Zeit erstmal sinnvoll mit Bier trinken verbracht. Dabei kam Stefan und mir die Idee, mal was völlig abgedrehtes für den Acker zu bauen. Ohne größere Ansprüche an irgend etwas, lediglich der Spaß sollte im Vordergrund stehen. Also bauten wir drauf los. Wir hatten keinen Plan, dafür aber Vierkantrohre, ´nen alten Polo zum schlachten und ein wenig berufliche Fachkenntnis und Hintergrund Wissen.

Mit den Vierkantrohren haben wir die groben äußeren Abmaße des Hobels ausgelegt und zusammengebraten. Sitz vom Polo drauf, Vorderachse vom Golf drunter und den Motor hinten quer drauf.

Herausgekommen ist dabei ein ungefedertes, nichts wiegendes und gierig schreiendes „Kart“, mit dem man sich durchaus auf dem Acker sehen lassen konnte. Das Teil war dermaßen Laut (Auspuff haben aus Gewichtsgründen gar nicht erst verbaut), dass wir regelmäßig Zuschauer hatten. Ist schon beeindruckend, wie hoch man so einen Polomotor dauerhaft drehen kann. Außerdem hat es so tierischen Spaß gemacht, dass wir immer mal wieder Freunde und Kollegen zum Ballern eingeladen haben. Einer dieser verrückten hat ne Kamera (was damals echt nicht jeder hatte) mitgebracht, und das einzige existierende Video davon gedreht. Schauts euch an!

Und damit waren wir mehr als angefixt. Aber nichts hält ewig. Nachdem wir ein paar Jahre lang damit den fruchtbaren Boden malträtiert haben, war das Ding so dermaßen verschlissen, dass wir mehr geschraubt haben als gefahren sind. Irgendwann hab ich das Kart mitten durch geflext und dem Schrotti auf den Wagen geworfen.

Aber eins war klar: ein neues Kart muss her. Dieses mal ein bisschen professioneller und vielleicht auch haltbarer. Und ne Federung muss rein – die alten Knochen machen das gespringe nicht mehr mit. Das aufm Acker mein ich. 😉

Mehr davon..?