Scheiße, war das kalt! Fertigstellung des Kart´s Teil 2

Wie der Titel schon sagt, es war scheiße kalt zwischen den Jahren. So kalt, dass wir kurzzeitig sogar dran gedacht haben, uns mit Arbeit aufzuwärmen. Diesen Gedanken haben wir aber schnell wieder verworfen. Also haben wir die große 70Kw Diesel-Kanone angeworfen und uns im abgasggeschwängerten Heißluft-Strahl des Brenners locker flockig an die Arbeit gemacht. Dem $chuH war immer noch nicht warm genug. Also hat er sich den Schweißapparat geschnappt und die eine oder andere Baustelle zu Ende gebraten. Zusammen mit Rudi hat er die Lenkung und den hinteren Rammbock komplettiert.

Ich hab mich derweil an die Elektrik gemacht. Ich hab die große Kabel-Grabbel-Kiste aus der Ecke geholt und den einen oder anderen Meter kunstoffummanteltes Kupfer im Kart verlegt. Kontrolleuchten brauchen wir nicht so viele, ein Kombiinstrument oder anderen neumodischen Schnickschnack schon gar nicht. Das nötigste reicht. Ladekontrolle, kochendes Kühlwasser und Öldruck reichen als Indikatoren für einen nahenden Motorentod. Am Motorkabelbaum musste noch einiges angeschlossen werden. Das meiste war Steckerfertig, einiges aber nicht. Die nötigen Unterlagen waren in Form eines „So wirds gemacht“ Buches vorhanden. Für irgendwas müssen die detaillierten Schaltpläne im Anhang ja gut sein. Ratz fatz war das fertig.

Leider wollte der Bock nicht so recht laufen. Er sprang nur widerwillig an, und der Leerlauf war viiiiel zu hoch. Gefühlt lag der bei 4000 U/Min. Scheißegal. Es war mittlerweile spät geworden. Das hatte uns nicht die Uhr verraten, sondern die dicke Dieselkanone. Die hat mit wildesten Rauchzeichen signalisiert, dass ihr das Lebenselixier ausgegangen ist und ab jetzt nur noch kalte Luft liefert. OK, also Feierabend. Nichts desto Trotz hab ich mir die „Jungfernfahrt“ nicht verkneifen können. Auch wenns nur etwa 3 Meter waren – ich kam mir vor wie Dr. Frankenstein, der grad sein Monster zum Leben erweckt hat. Ein erhabenes Gefühl…

 

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Endspurt, Schrauben zwischen den Tagen, Fertigstellung des Kart´s Teil 1

Wir sind mit unserem Projekt auf die Zielgerade eingebogen, der Motor war angebaut und der Großteil des Rahmens geschweißt. So konnten wir zwischen den Feiertagen ordentlich was schaffen, da ja die meisten eh frei hatten und die Arbeiten keinem größeren Maschinen oder andersweitig Technischen Aufwand entsprach. Es ging daran die Elektrik fertig zu machen, den Kühlwasserausgleichsbehälter sowie die Kühlerschläuche zu montieren, hinter dem Motor musste noch ein Bügel als Ramm,- oder Anfahrschutz entstehen. So legten wir also wieder mit vereinten Kräften los und die Bilder dokumentieren gut unsere Fortschritte.

Einmal in Stahl bitte. Fertige Adapterplatte und Motorkomplettierung.

Wie schon öfters erwähnt hatten wir ja unsere Adapterplatte als Muster vorab in Kunststoff zum probieren gebaut. Diese konnte nun in „Produktion“ gehen, was auch gut geglückt ist. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft wie man so schön sagt. Der Motor konnte also an seinen entgültigen Bestimmungsort wandern und alle dazugehörigen Teile konnten verbaut werden. So auch der Kühler, der wie schon beim alten Kart zwischen Fahrersitz und Motor seinen Platz gefunden hat. Wenn ich mich recht erinnere ist auf der auf dem Bild zu sehende Kühler noch der erste, der war aber an einem Stutzen undicht und wir haben noch nen anderen verbaut. Beide stammen aus Frank seiner Sammlung und kommen aus irgendwelchen Schlachtfahrzeugen die hier und da so über waren.

Nachbearbeitung Kupplungsglocke und abschliessender Adapterplattentest.

Da die Adapterplatte die wir zur Anbindung unseres Wassergekühlten Reihenvierzylinders an das Standartkäfergetriebe benutzen völlig ohne Zeichnung und Pläne entstand, mußten wir hier und da probieren, weiter Mass nehmen und immer wieder ein paar Kleingikeiten daran verändern. Ebenso unsere Eigenbauschwungscheibe mussten wir probieren und schauen ob sie in die Kupplungsglocke passt. Wie man das am besten macht..!? Alles zusammenbauen. Also Adapterplatte, Schwungscheibe, Kupplung angeschraubt, Pilotlager rein und ab dafür ans Getriebe. Ebenso der Anlasser, der ist ja nur mit zwei Schrauben angebracht, der Lochstand passte aber nicht zum Getriebe, wo dieser aber angebaut ist.  Da der Flansch am Anlasser genug Material zur Verfügung stellte haben wir da einfach die passenden Löcher untergebracht, sieht Abenteuerlich aus, dient aber dem Zweck.  Flott alles zusammen gebaut, Kabel dran und los konnt´s gehen. Der Anlasser hatte schwer zu tun, konnte man hören und sehen, also eben Motor wieder ab und schauen wo´s klemmt. Die Bilder von der Getriebeglocke verdeutlichen es sehr gut, die Schwungscheibe kratze minimal an ein paar Ecken. Diese wurden, fachmännisch wie immer, mit der Powerfeile nachbearbeitet und schon konnten wir wieder probieren ob´s laufen kann. Was soll ich sagen, es lief, das Video beweist es sehr schön. Viel Spaß mit den Bilder und dem Video…

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Flexen und schweissen. Die Sicherheit geht vor. Motortest.

Da wir ja nicht wissen ob wir mit dem Kart nicht doch mal über´n Kopf gehen mußte natürlich auch wieder ein Überrollbügel oder „Käfig“ dran ans Kart. Nicht sonderlich spannend die Aufgabe, aber ein paar Bilder existieren davon, und die möchten wir euch nicht vorenthalten. Dabei haben sich Herr T und Rudi mächtig ins Zeug gelegt und ihren Künsten freien Lauf gelassen. Sogar der Honk war motiviert um dabei zu helfen. So konnte das ganze Projekt immer mehr Form annehmen und sich dem Ziel nähern, ausschauen tut´s ja schon nicht schlecht auf dem letzten Bild.

Außerdem musste der Motor ja erst mal unter Beweis stellen das er laufen wollt. Dazu hat Frank vom Schrotti noch das fehlende Teil besorgt: den Zündverteiler. TSZ-H Verteiler gibts ja Gott sei Dank wie Sand am Meer. Reingeschraubt, Motor gedreht, Verteiler dreht auch, Prima. Die Steuergeräte fix provisorisch angeklemmt, die Verteilerkappe drauf, Zündkabel dran, und et voilà – nix geht. Mist. Was war also falsch gelaufen? Warum zündet der olle Bock in den Ansaugtrakt rein und entzündet immer wieder den kostbaren Oktansaft im Vergaser? Also Zündreihenfolge geprüft. Sollte OK sein… aber halt! Kurbelwelle auf OT reicht nicht, Nockenwelle muss ja auch auf OT stehen. Man merkt eben sofort, wenn man mit Profis arbeitet. 😉 Das Ganze war also um 180° verdreht angeschlossen. Also fix umgeklemmt und schon ballerte der Motor los.

Aggregat funktioniert, kann also endgültig montiert werden.